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Rückkehr nach 77 Jahren

Von Petra Pau, erschienen in Clara, Ausgabe 35,

Cottbus hat wieder eine Synagoge. Die jüdische Gemeinde feiert mit Gästen.

Die Einweihung des neuen Gotteshauses fand an einem historischen Datum statt, nämlich am 27. Januar, dem Holocaust-Gedenktag. Zu den Gästen beim Festakt gehörte auch Petra Pau, Vizepräsidentin des Bundestages und Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE. "Es war ein denkwürdiger und dankbarer Tag. Endlich, 77 Jahre nach der verheerenden Reichspogromnacht der Nazi-Zeit, hat die jüdische Gemeinde Cottbus wieder eine Synagoge."   Das alte jüdische Gotteshaus hatten die Nazis im Jahr 1938 zerstört. Der Chanukka-Leuchter war das Einzige, was übrig blieb. Er gehört nun wieder zum Inventar der Cottbuser Synagoge. Früher befand sich in diesem Gebäude eine evangelische Kirche. Da jedoch die Zahl der Protestanten in der Lausitz stetig sank, musste die Kirchengemeinde ein Gotteshaus verkaufen – und die jüdische Gemeinde konnte endlich ein eigenes erwerben.    Vladimir Velin vom jüdischen Landesverband Brandenburg sagt: "Wir treffen hier auf eine sehr freundliche Atmosphäre, werden von allen Leuten akzeptiert, egal welcher Religion. Das ist ein sehr schönes Gefühl." Nach dem Mauerfall kamen vor allem jüdische Aussiedler aus der einstigen Sowjetunion nach Cottbus.   Bei der Einweihung wurde die Thora in die Synagoge getragen und eine neue zu schreiben begonnen. Später am Abend tanzten die Jüdinnen und Juden und ihre Gäste ausgelassen. "Für uns ist dieser 27. Januar ein Tag der Trauer und der Freude", meinte der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Cottbus, Gennadi Kuschnir.  

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