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Riester ruiniert Ruhestand

erschienen in Klar, Ausgabe 34,

Studie belegt: Teilprivatisierung der Altersvorsorge bringt große Nachteile

Vor zehn Jahren wurde die private Altersvorsorge als Erfolgsmodell gepriesen, jetzt entpuppt sie sich als Armutsfalle. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Universität Kassel. Für einen Großteil der Bevölkerung bewirkt die Teilprivatisierung der Altersvorsorge, dass der Ruhestand unsicherer wird. Und auch das Armutsrisiko im Alter steigt.

Ein Grund für diese Befunde laut Studie: Die Altersvorsorge gehe fälschlicherweise davon aus, dass die Menschen, bevor sie eine Police abschließen, ausgiebig Möglichkeiten vergleichen und dann ein passendes Produkt auswählen. Doch die Materie sei zu komplex, außerdem ließe sich die ferne Zukunft ohnehin kaum planen, erläutern die Macher der Studie, Ingo Bode und Felix Wilke.

Die Studie, die von der Deutschen Rentenversicherung Bund gefördert wurde, weist zudem auf Probleme hin, die aus der Finanzkrise und den immer niedrigeren Zinsen resultieren. Bode: »Eine dem Finanzmarkt überlassene Altersvorsorge kann keine Zukunftssicherheit schaffen.« Vielmehr sei sie mit erheblichen Risiken für die Sparer und die Volkswirtschaft behaftet.

DIE LINKE hat stets gegen die Privatsierung der Altersvorsorge gestimmt. Sie fordert seit Jahren, die steuerliche Förderung der Riester-Rente zu streichen. Rentenexperte Matthias W. Birkwald (DIE LINKE): »Wir müssen die gesetzliche Rente so ausbauen, dass sie zuverlässig vor Armut schützt und den Lebensstandard sichert.« Dazu müsse unter anderem das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rente wieder auf 53 Prozent erhöht werden. 

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