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„Rente ab 67 ist miserabel“

erschienen in Klar, Ausgabe 19,

Rentenexperte Matthias W. Birkwald (DIE LINKE) über das Rentenkürzungsprogramm der Regierung

Wer ab dem Jahr 2012 früher als mit 67 Jahren in Rente gehen will, muss Abzüge hinnehmen. Im Gegenzug soll erreicht werden, dass Beschäftigte im Jahr 2030 bei einem durchschnittlichen Einkommen monatlich sieben Euro weniger Beitrag zahlen.

Matthias W. Birkwald: Ein miserables Geschäft, eine miserable Idee! Zahlten Durchschnittsverdienende monatlich sieben Euro mehr in die Rentenkasse, wäre die Rente erst ab 67 schon überflüssig.

Sieben Euro mehr können aber auch weh tun, wenn man nicht viel hat.

Bisher sind knapp neun Milliarden Euro Steuergelder vom Staat zugunsten der Versicherungswirtschaft in private Alterssicherungen geflossen. Steckte man dieses Geld in die Rentenkasse, wäre es ebenfalls möglich, den Rentenbeitrag um einen Prozentpunkt abzusenken.

Nur 9,9 Prozent aller 64-Jährigen sind noch sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Für Frauen ist die Situation noch dramatischer: Heute haben gerade mal sieben Prozent der 64-jährigen Frauen einen sozialversicherungspflichtigen Job. Altersarmut ist weiblich. Die Rente erst ab 67 wird das verschärfen!

Was bedeutet die Rente ab 67 für Menschen, die wegen Arbeitslosigkeit und Niedriglohnjobs nicht ununterbrochen eingezahlt haben?

Die Antwort ist einfach und brutal: Rentenabschläge und in der Folge Altersarmut für viele Menschen. Deshalb sind wir konsequent gegen die Rente erst ab 67.


Matthias W. Birkwald ist rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE

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