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Reformation der Gesellschaft

Von Lukrezia Jochimsen, erschienen in Clara, Ausgabe 24,

Die fünfte Veranstaltung der Reihe »Kultur neu denken« stand diesmal unter der Überschrift »Macht, Reformation und Freiheit« und erinnerte an die Utopie des Reformators Thomas Müntzer.

Thomas Müntzer wurde im Mai 1525 als Anführer des besiegten Bauernheeres verhaftet und vor den Toren Mühlhausens, wo er eine christliche Stadtdemokratie errichten wollte, hingerichtet.

Im Mai 2012 wollten wir den lange verkannten Reformator am Ort seines Wirkens erneut in den Mittelpunkt rücken und in den Diskussionen mit Theologen und Politikern die Möglichkeit einer aktuellen Sichtweise auf Religion und Politik versuchen.

Denn gerade Thomas Müntzer steht für Begriffe wie direkte Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Mit seiner Person wird die »erste Revolution« Deutschlands, die blutig niedergeschlagenen Bauernaufstände, assoziiert. Müntzer propagierte als Erster in deutscher Sprache Freiheit und Gleichheit der Menschen als göttliche Prinzipien, der Reformation der Kirche sollte eine Reformation der Gesellschaft folgen.

Mit der Veranstaltung wollten wir der Frage nachgehen, ob die 500 Jahre alte Utopie Müntzers vom Land der Freien und Gleichen für heutige soziale Bewegungen ein Fundament sein kann.

Luc Jochimsen ist kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

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