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»Prämie für Leiharbeitskräfte«

Von Sabine Zimmermann, erschienen in Klar, Ausgabe 21,

DIE LINKE fordert, dass Leiharbeitskräfte bei gleicher Arbeit das gleiche Gehalt bekommen wie Stammbelegschaften und einen Lohnzuschlag von zehn Prozent. Warum?

Sabine Zimmermann: Leiharbeiter und Leiharbeiterinnen wechseln oft den Einsatzbetrieb und haben ein hohes Entlassungsrisiko. Wir wollen, dass sie zum Ausgleich, ähnlich wie in Frankreich, eine Flexibilitätsprämie bekommen. Außerdem soll dadurch die Leiharbeit für Arbeitgeber unattraktiv werden, damit wieder reguläre Jobs entstehen.

Woher kommt der starke Boom der Leiharbeit?

Er geht maßgeblich auf die Hartz-Gesetze zurück. Im Jahr 2002 hat die damalige Regierung aus SPD und Grünen beschlossen, dass Leiharbeitskräfte nicht den gleichen Lohn wie die Stammbelegschaft erhalten, wenn es für sie eigene Tarifverträge gibt. Unmittelbar danach schossen Leiharbeitsfirmen aus dem Boden, schlossen die Arbeitgeber Dumpingtarifverträge, um die Löhne zu drücken.

Die aktuelle Regierung hat einen Mindestlohn für die Leiharbeitsbranche beschlossen.

Die Öffentlichkeit soll getäuscht werden. Fakt ist, dass Leiharbeitskräfte auch weiterhin schlechter bezahlt werden dürfen als ihre festangestellten Kollegen. Der Mindestlohn für die Leiharbeit ändert daran nichts. Außerdem liegt er mit 7,79 Euro im Westen und 6,89 Euro im Osten auf Hartz-IV-Niveau.

Also macht DIE LINKE weiter Druck?

Gemeinsam mit den Gewerkschaften lassen wir nicht nach, bis Leiharbeiter und Festangestellte den gleichen Lohn bekommen.

Sabine Zimmermann ist arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

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