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»Pflege braucht Zeit und Geld«

Von Kathrin Senger-Schäfer, erschienen in Klar, Ausgabe 20,

Die Leistungen der Pflegeversicherung werden oft als »still, satt und sauber« bezeichnet. Warum?

Kathrin Senger-Schäfer: Weil die Versorgung im Minutentakt geregelt ist und in erster Linie Aktivitäten wie Waschen, Kämmen oder Nahrungsaufnahme umfasst. Das Zwischenmenschliche kommt dabei zu kurz oder findet gar nicht statt.

Was müsste anders sein?

Wir brauchen ein neues Verständnis von Pflege. Wir wollen eine umfassende Pflege, mit der Menschen ein möglichst selbstbestimmter Teil der Gesellschaft sein und bleiben können. Doch eine humane Pflege braucht Zeit und Geld. Sie muss sich am tatsächlichen Bedarf der Menschen ausrichten und darf keine Frage des eigenen Geldbeutels oder der Finanzlage der Pflegeversicherung sein.

Wie soll das finanziert werden?

DIE LINKE will eine solidarische Bürgerinnen- und Bürgerversicherung auch in der Pflege. Alle Menschen werden Mitglied dieser Versicherung, auch Politikerinnen, Beamte und andere bisher privat Versicherte. Alle Einkommensarten werden herangezogen, also auch Kapitalerträge, Gewinne und Mieteinnahmen. Wer wenig hat, zahlt wenig; wer viel hat, zahlt mehr.

Union und FDP planen stattdessen eine verpflichtende kapitalgedeckte Pflege-Zusatzversicherung...

 ...die wie schon bei der Riesterrente den Banken und Versicherern ein Bombengeschäft beschert. Die Pflege im Alter soll den Risiken der Finanzmärkte ausgesetzt werden. Anstatt die Probleme in der Pflege zu lösen, wollen Union und FDP allein Beschäftigte und Rentnerinnen und Rentner belasten. Die Arbeitgeber hingegen werden entlastet.


Kathrin Senger-Schäfer ist pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

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