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NSA not welcome!

erschienen in Klar, Ausgabe 34,

Jeden Samstag protestiert Daniel Bangert gegen Überwachung

Am Rande von  Griesheim in Hessen betreibt die US Army seit Jahrzehnten einen Stützpunkt: den Dagger Complex. Dass dort die größte europäische Spionagezentrale des Geheimdienstes NSA liegt, erfuhr die lokale Bevölkerung jedoch erst im vergangenen Jahr.

Auch Daniel Bangert wurde neugierig und informierte sich über die Praktiken der Spionagebehörde. Bei stiller Empörung wollte es der 29-Jährige nicht belassen. »Einer muss den Anfang machen«, sagte er und lud Freunde und Bekannte zu einem Spaziergang vom Griesheimer Marktplatz zum Dagger Complex ein.

Als im Juli 2013 der erste Besuch des Camps anstand, nahmen knapp 100 Menschen am Spaziergang teil. Daraufhin meldeten sich nationale und internationale Medien, Daniel Bangerts Name und Gesicht gingen um den Globus. Eine Woche später folgten über 450 Menschen dem Aufruf.

Seither zieht Daniel Bangert beharrlich jeden Samstag zum Dagger Complex. Manchmal sind es nur wenige Mitstreiter, manchmal so viele wie im Frühjahr 2014, als das überparteiliche Bündnis Demokratie statt Überwachung mehr als 400 Menschen mobilisierte. Im Sommer verlieh das Bündnis den »Preis für besondere Verdienste um Grundrechte und Demokratie« an den ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden.

Auch in den nächsten Monaten wird Daniel Bangert immer samstags gegen die Überwachungspraktiken der NSA protestieren. »Wenn wir nicht für unsere Rechte auf die Straße gehen, macht es keiner für uns«, sagt er.

 

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