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Neue Hauptrolle

erschienen in Klar, Ausgabe 12,

Peter Sodann kandidiert als Bundespräsident

Peter Sodann (72) provoziert gerne - und schert sich wenig darum, wie ihn die großbürgerliche Presse behandelt. Für DIE LINKE kandidiert der Tatortkommissar a. D. im Mai für das Amt des Bundespräsidenten.

Peter Sodann hat sich nach oben gearbeitet: Als Kriegskind wächst er in einfachen Verhältnissen auf. Lernen will er: erst Abitur, dann Studium, damit aus ihm ein Schauspieler wird. Er schafft alles, was er sich in den Kopf setzt - über Umwege, auf dem zweiten und sogar dritten Bildungsweg. Erst wird er Werkzeug-macher, Spitzendreher, dann Büh-nenkünstler und Intendant.

Der Sachse sagt, was viele denken, aber nicht auszusprechen wagen. „Wenn das Volk merkt, dass sich sowieso nichts ändert, warum soll es dann wählen gehen?“, fragt er in Talkshows. Die Antwort auf solche Fragen gibt er sich meist selber und irritiert so die herrschende Klasse. Er spottet über die Windkanalgeprüften, die mit dem Strom schwimmen und keine Meinung haben.

Peter Sodann fordert bessere Bildung für alle Kinder dieses Landes, insbesondere für Kinder aus Arbeiterfamilien. Ist er deshalb ein Fantast? Ist er Sozialromantiker, weil ihn Menschenschlangen vor Suppenküchen empören? Nein, Peter Sodann hat Überzeugung. Er träumt von einer sozial gerechten Gesellschaft. Dieser Überzeugung ist er treu geblieben, auch wenn er dafür, wie in der DDR, in den Knast musste.

Der 72-Jährige hat seiner Heimatstadt Halle eine Kulturinsel mit Theater, Puppenbühne, Kneipe und Bibliothek geschaffen. Persönlich hat er Bürgermeistern Zugeständnisse fürs Gemeinwohl abgeluchst. Denn Kindergärten, Schulen, Sportplätze, Schwimmbäder, Theater, Bibliotheken, Hörsäle, Kinos und Galerien und erst recht Arbeitsplätze brauche das Volk.

Wer so denkt wie Peter Sodann hat keine Lobby bei den oberen Zehntausend. Der hat auch nicht gelernt, gelackt über diplomatisches Parkett zu tanzen. Und will das auch nicht können. Einer wie er will nah sein bei den einfachen Menschen.

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