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Milliardengrab Nürburgring

erschienen in Klar, Ausgabe 20,

Das Mega-Bauprojekt versinkt im Finanzsumpf

Noch vor ein paar Jahren galt der Ausbau des Nürburgrings als das Prestigeprojekt der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Mit einer neuen, luxuriösen Haupttribüne plus VIP-Bereich, einem protzigen Messegelände mit Erlebnispark und Hightech-Achterbahn wollte sie scharenweise Touristen an die berühmte Rennstrecke in der Eifel locken. Doch von Anfang an prägten Affären und Skandale das einstige Vorzeigeprojekt.

Bereits die Finanzierung geriet zur Farce. Zunächst winkten private Investoren ab. Um das Mega-Projekt zu retten, sprang die Regierung mit 350 Millionen Euro Steuergeldern ein. Dann wandte sich SPD-Finanzminister Ingolf Deubel an hochspekulative Fonds und halbseidene Investoren aus Dubai. Schließlich musste er im Jahr 2009 zurücktreten. Im selben Jahr wurde Ring-Hauptgeschäftsführer Walter Kafitz fristlos gefeuert. Mittlerweile befassen sich ein Untersuchungsausschuss sowie zahlreiche Ermittlungsverfahren mit dem Fall. Damit nicht genug: Dubiose Berater kassierten etliche Millionen Euro. Die schnellste Achterbahn steht nach mehreren Unfällen, bei denen sich Menschen schwer verletzten, still. Nur halb so viele Menschen wie ursprünglich geplant besuchen die Freizeitwelt. Und allein für das »Formel1«-Geschäft muss das Land Rheinland-Pfalz laut Schätzungen in den nächsten Jahren Zuschüsse in Höhe von bis zu 80 Millionen Euro zahlen.

DIE LINKE hat bereits vor Jahren eine Volksabstimmung über dieses größenwahnsinnige Projekt gefordert. Womöglich hätte dieser Bürgerentscheid dem Land Rheinland-Pfalz und seinen Bürgerinnen und Bürgern viele Millionen Euro gespart. Heute streitet DIE LINKE dafür, dass der Skandal lückenlos aufgeklärt wird und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

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