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Menschen vor Profite: Keine Macht für G8!

erschienen in Klar, Ausgabe 5,

Vom 6. bis 8. Juni 2007 findet in Heiligendamm das G8-Treffen der Regierungen der mächtigsten Industriestaaten statt. Seit über zwanzig Jahren kontern Aktivistinnen und Aktivisten aus Gewerkschaften, Umweltgruppen und vielen anderen Initiativen die Treffen der acht mächtigsten Regierungschefs mit Demonstrationen und eigenen Veranstaltungen. Denn die Politik der G8 zielt darauf ab, die Macht transnationaler Konzerne auszudehnen. Sie führt zu mehr Hunger und Armut. Sie zerstört die Umwelt, raubt den Menschen ihre erkämpften sozialen Rechte und schreckt vor Kriegen nicht zurück.

Die G8 steht für die Macht der Konzerne. Ihre Politik hat dazu geführt, dass wir in einer Welt leben, in der 946 Milliardäre so viel besitzen wie die Hälfte der Weltbevölkerung. Wir aber stehen für eine Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von oben nach unten durch eine konsequente Besteuerung der Reichen und Konzerne und für die Entschuldung der armen Länder. Wir wollen die gesellschaftliche Gegenmacht der Gewerkschaften und die Selbstorganisation der Betroffenen stärken.

Die G8 steht für die Macht der Rüstungskonzerne und der Wirtschaftslobbys. Wir hingegen lehnen Kriege als Mittel der Politik ab und fordern stattdessen humanitäre Hilfe und zivile Lösungen. Die Bundesregierung muss aufhören, Bushs Krieg gegen den Terror zu unterstützen, und die Bundeswehr aus Afghanistan abziehen.

Die G8 steht für die Macht der Ene-rgie-konzerne. Diese produzieren verheerende Überschwemmungen, schmelzendeGletscher und extreme Dürren. Wir jedoch fordern die demokratische Kontrolle dieser Konzerne. Wir setzen auf effiziente Ressourcennutzung, den Vorrang für erneuerbare Energien und ökologische Umbauprogramme.

In ihren jeweiligen Ländern regieren die G8 gegen die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung. Im globalen Maßstab handeln sie unverantwortlich gegen-über dem Großteil der Menschheit.

Wir sprechen ihnen deshalb das Recht ab, Strategien für die ganze Welt festzulegen. Wir fordern Demokratie von unten statt der Herrschaft einer selbsternannten Weltelite und setzen auf die Bewegung für weltweite Gerechtigkeit und auf eine demokratisierte UNO.

Wir streiten gemeinsam mit vielen bei den Protesten gegen den G8-Gipfel für globale soziale Rechte, für Frieden und für den Erhalt der Umwelt.

Wir rufen zur Teilnahme an der Demonstration in Rostock am 2. Juni auf.

Katja Kipping ist sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.

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