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Märchenonkel Müntefering

erschienen in Klar, Ausgabe 13,

Der SPD-Chef redet sozial und entscheidet neoliberal

»Die Reichen werden mehr bezahlen«, droht SPD-Vorsitzender Müntefering (69) im Spiegel. Bläst da etwa einer zum Klassenkampf? Nein, es ist Wahlkampf. Münte hat mit Büchners »Friede den Hütten - Krieg den Palästen« nach wie vor nichts zu tun. Er posaunt nur ein paar Forderungen heraus und hofft, dass das Wahlvolk die Täuschung nicht bemerkt.

Denn Müntefering hätte die meisten seiner Parolen verwirklichen können. Er und seine SPD hätten nur den Anträgen der Fraktion DIE LINKE im Parlament zustimmen müssen. Haben sie aber nicht. Deshalb: Keine Angst, ihr Reichen, Münteferings Drohungen sind so ernst zu nehmen wie das Bellen eines zahnlosen Hundes.

Angeschmiert werden nur diejenigen sein, die den Worten des alten Mannes einmal mehr Glauben schenken. Müntefering selbst sagte nach der letzten Bundestagswahl 2005: »Es ist unfair, Politiker an ihren Wahlversprechen zu messen.«

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