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Macht der Pharmakonzerne muss gebrochen werden

Von Kathrin Vogler, erschienen in Clara, Ausgabe 38,

Ein Kommentar von Kathrin Vogler

Der Fall Sovaldi beweist: Alle bisherigen Versuche, bei neu zugelassenen Arzneimitteln auf vernünftige Preise hinzuwirken, sind gescheitert. Die Pharmakonzerne sind Herr über die Verwertungsrechte und haben damit alle Karten in der Hand.   Staat und Gesundheitssystem sind letztlich erpressbar, denn niemand kann und will den Menschen verbesserte Therapien vorenthalten. In allen Verhandlungen kann die Firma damit drohen, das Mittel vom Markt zu nehmen. Darauf gibt es bis heute keine Antwort. Deshalb müssen wir über ganz neue Wege nachdenken. Schließlich ist es kein Naturgesetz, dass Arzneimittelpatente und -zulassungen fast ausschließlich in der Hand großer Konzerne liegen.   Eine öffentlich finanzierte Arzneimittelforschung ermöglicht nicht nur eine neue Preisgestaltung. Es könnten auch Arzneimittel entwickelt werden, welche die Medizin tatsächlich voranbringen. Es gäbe weniger Anreize, Forschungsergebnisse zu verfälschen und Mittel zu vermarkten, die in Wirklichkeit gar keine Vorteile für die Patienten bringen. Und nicht zuletzt kann so darauf Einfluss genommen werden, dass auch Menschen in weniger reichen Ländern vom therapeutischen Fortschritt profitieren.   Die Macht der Pharmakonzerne muss endlich gebrochen werden – im Interesse aller Menschen, die moderne und bezahlbare Medikamente benötigen.   Kathrin Vogler ist Sprecherin für Arzneimittelpolitik und Patientenrechte der Fraktion DIE LINKE