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Kürzer arbeiten bei gleichem Lohn

erschienen in Klar, Ausgabe 34,

Göteborg plant für Beschäftige eines kommunalen Seniorenwohnheims verkürzte Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich

Bis zu 60 Angestellte der kommunalen Seniorenwohnanlage Svartedalen dürfen nächstes Jahr ihren Arbeitstag bei gleichem Lohn verkürzen. Statt bisher acht müssen sie dann nur noch sechs Stunden arbeiten. Das Projekt, das von Forschern begleitet und ausgewertet wird, haben Sozialdemokraten, Grüne und Linkspartei (Vänsterpartiet) initiiert, die Schwedens zweitgrößte Stadt regieren.

Mit diesem Projekt wolle man herausfinden, wie eine solche Arbeitszeitverkürzung die Gesundheit der Angestellten beeinflusse, erläutert Mats Pilhem, Stadtrat der Linkspartei und einer der Initiatoren. Und ob dadurch mehr Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Der 58-Jährige rechnet zudem damit, dass die Kommune Geld einspart. Pilhem: »Auch die Qualität der Pflegearbeit wird besser, weil ausgeruhte Angestellte effizienter arbeiten.«

Es ist nicht der erste Versuch in Schweden, den Sechsstundentag einzuführen. So senkte der Autohersteller Volvo im Jahr 2000 im Werk Olofström die Wochenarbeitszeit von 40 auf 34 Stunden. Auch im Toyota Center in Mölndal arbeiten seit dem Jahr 2002 etwa 30 Mechaniker nur sechs Stunden pro Tag. In vielen Fällen ging die Reduzierung der Arbeitszeit jedoch mit einer Umstellung des Arbeitsrhythmus auf Schichtdienst einher.

Zuversichtlich stimmen die ersten Reaktionen der Angestellten der Seniorenwohnanlage Svartedalen in Göteborg. Altenpflegerin Carina Dahl: »Das ist super, dann können wir uns endlich besser von der Arbeit erholen.«

 

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