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Kinder brauchen ihre Eltern

Von Norbert Müller, erschienen in Klar, Ausgabe 38,

Um den Preis geringerer Flüchtlingszahlen lässt die Bundesregierung die Hilflosesten unter den Flüchtlingen im Stich – die Kinder, meint Norbert Müller.

Minderjährige, die allein auf der Flucht sind, haben sich ihr Schicksal in der Regel nicht ausgesucht. Häufig haben die Eltern in den Ursprungsländern keine Hoffnung mehr für ihre Kinder auf Zukunft. Oder die Familien sind längst auseinandergerissen.

Allein auf der Flucht, sind die Halbwüchsigen auf fremde Hilfe angewiesen. Nie wissen sie, was der nächste Tag bringt. Der beste Schutz vor Gewalt oder Fremdbestimmung ist die Familie. Der Familie wird deshalb im Grundgesetz und in der Kinderrechtskonvention ein besonderer Wert zugeschrieben. Der erlaubte Familiennachzug wäre wichtiger denn je, um den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ein stabiles soziales Umfeld zu bieten.


Bis Ende 2015 sind ohnehin nur wenige Eltern zu ihren Kindern nach Deutschland gezogen. Keine 500 von mehr als 60 000 geflüchteten Halbwüchsigen. Das beschlossene Asylpaket II schließt nun auch bei ihnen die Chance auf Elternnachzug aus.


Das verschärft die schwierige Lebenssituation der Halbwüchsigen. Um den Preis geringerer Flüchtlingszahlen lässt die Bundesregierung die Hilflosesten unter den Flüchtlingen im Stich – die Kinder.
 

Norbert Müller ist kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE

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