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Kettenbefristungen stoppen!

erschienen in Clara, Ausgabe 37,

Sonst werden unbefristete Jobs zur Ausnahme, meint Klaus Ernst. 

Bei neuen Arbeitsverträgen halten die Arbeitgeber alle Trümpfe in der Hand. So verwundert es nicht, dass fast die Hälfte aller Neueinstellungen nur befristet sind. Oft werden betriebliche Gründe gegen einen festen Vertrag ins Feld geführt. Doch das ist mehrheitlich Quatsch. Der Arbeitgeber befristet, weil er es darf und es ihm nützt, denn er umgeht Mitbestimmungsrechte und den Kündigungsschutz. Er braucht keinen Grund mehr. Daher muss zuallererst die Befristung ohne sachlichen Grund verboten werden. Hier regiert Willkür, hier liegen die höchsten Steigerungsraten.    Aber auch die Gründe, die als berechtigt anerkannt werden, müssen drastisch reduziert werden. Sie sind vielfach nur vorgeschoben. Und dann muss die Endlosschleife bei Kettenverträgen gestoppt werden, indem die Abfolge von erlaubten Befristungen begrenzt wird.    Schiebt man der Willkür der Arbeitgeber nicht bald einen Riegel vor, wird bereits in einigen Jahren ein fester Job die Ausnahme sein. Das wird gravierende Spuren in den Köpfen gerade der jungen Generation hinterlassen: Wer sich wie Freiwild auf dem Arbeitsmarkt fühlt, wird nicht zum Angriff blasen. Doch ohne harte Interessenpolitik und Arbeitskampf werden die Löhne sinken. Das Eindämmen der Befristungspolitik ist daher für eine Umverteilungspolitik zugunsten der Beschäftigten unerlässlich.   Klaus Ernst ist stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE

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