Vor zwei Jahren besuchten mich im Bundestag Betriebsräte aus der Callcenter-Branche. Sie berichteten von Überwachung, enormer Arbeitsbelastung und Hungerlöhnen von fünf bis sieben Euro. Die Verbandsvertreter der Callcenter behaupten, die Unternehmen verdienten schlecht und könnten deshalb keine höheren Löhne zahlen. Ich bezweifelte diese Auskunft und begann mit Recherchen.
Dabei entdeckte ich, dass hinter den meisten Callcentern große Firmen stehen, etwa die Deutsche Bahn, der Bertelsmann-Konzern oder internationale Finanzinvestoren. Und ich fand heraus: Callcenter-Unternehmen machen riesige Gewinne von 20 Prozent und mehr. Ihre Beschäftigten speisen sie jedoch mit Hungerlöhnen und miesen Arbeitsbedingungen ab.
Die Bundesregierung ist dafür mitverantwortlich: Sie verweigert einen gesetzlichen Mindestlohn, fördert aber die Callcenter-Branche mit Steuergeldern im zweistelligen Millionenbereich.
DIE LINKE will die Subventionierung von Billigjobs durch Steuergelder beenden. Sie kämpft für einen allgemeinen, gesetzlichen Mindestlohn, von dem man leben kann. Und sie fordert, dass die Vergabe von Subventionen an soziale Kriterien geknüpft wird: Dazu gehört, dass die Betriebe anständige Arbeitsbedingungen gewährleisten, gute Löhne zahlen und die Arbeit von Gewerkschaft und Betriebsräten nicht behindern.
Sabine Zimmermann ist arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE
„Kein Steuergeld für Billigjobs“
Von Sabine Zimmermann,
erschienen in Klar,
Ausgabe 19,
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