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Jugendtreff Blockdiek im Bundestag

erschienen in Clara, Ausgabe 14,

Ich war gerade erst ein paar Tage Abgeordnete im Bundestag, als mich Jugendliche aus dem sozialen Brennpunkt Tenever in Bremen besuchten. Die Jugendlichen des Jugendtreffs Blockdiek sind zum größten Teil noch Schülerinnen und Schüler. Die Gruppe war international bunt gemischt.

Ich berichtete den Jugendlichen, dass ich für DIE LINKE im Bereich Bildung tätig sein werde. Als Abgeordnete werde ich neben den vielfältigen Arbeiten auf Bundesebene ebenso in Bremen Projekte vorantreiben und auch auf Landesebene weiterhin aktiv sein. Es ging hoch her im Fraktionssaal: Die Jugendlichen vertraten ganz unterschiedliche Positionen und wollten viel wissen: Wie muss Bildung aussehen, damit auch jede/r in sozialen Brennpunkten gute Bildungschancen hat? Was kann jeder einzelne dazu beitragen, dass er einen guten Schulabschluss erreicht und einen Ausbildungsplatz erhält? Gemeinsam war allerdings ein Wunsch: Jede/r muss eine Chance und konkrete Per-spektiven für die eigene Zukunft haben. Wer sich aufgibt, hat schon verloren und doch braucht jede/r Unterstützung, um gleiche Chancen zu haben.

Für mich symbolisierten die Jugendlichen das, was die Arbeit im Bundestag ausmacht: Probleme der Menschen vor Ort werden ins Parlament getragen, und wir Abgeordnete haben dafür zu sorgen, dass sich die Rahmenbedingungen für alle Menschen verbessern und niemand ausgeschlossen wird.

Politik ist lebendig und vielfältig. Statt Abgrenzungen und Hierarchien zu verfestigen, ist es besser, aufeinander zuzugehen. Zum Abschluss unserer Diskussion überreichten mir die Jugendlichen noch ein Geschenk. Einige von ihnen machen Rap-Musik, und sie hatten im Jugendtreff eine CD aufgenommen. Da ich selbst seit 30 Jahren Musik mache, wollte ich natürlich unbedingt etwas von ihnen hören. Zunächst trauten sie sich nicht, doch dann stimmte einer den Grundrhythmus an, danach setzte der Gesang ein, und los ging’s. Im Fraktionssaal waren bestimmt noch nie Rapper zu Gast. Wir hatten viel Spaß, und immer, wenn ich jetzt den Raum betrete, höre ich die Musik, muss lächeln, spüre die Lebensfreude und weiß, dass Politik sich lohnt.

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