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Grüne Machtspiele

erschienen in Clara, Ausgabe 30,

Die neue Koalition in Hessen.

Die Grünen in Hessen liefern während der Regierungsbildung des Landtags dem Vertrauen von Wählern in Parteien einen Bärendienst. Sie stellten sich im Landtagswahlkampf als linke Ökopartei auf – ob Fluglärm, die Abkehr vom Finanzstandort Frankfurt, Energiepreise oder Mietenbeschränkung. Was nach der Wahl kam, kann selbst größten Opportunisten Respekt einflößen. Die Grünen ließen die Sondierungsgespräche mit SPD und der Fraktion DIE LINKE aus fadenscheinigen Gründen platzen. Danach boten sie sich der konservativen Bouffier-CDU an und »vergaßen« dabei ganz beiläufig ihre Wahlversprechen. Wenn Ministerposten und die erste Regierungsbankreihe locken, kann das schon mal passieren. Auch wenn im und selbst noch nach dem Wahlkampf auf der Grünen-Homepage zu lesen war: »Wer Linkspartei und Piraten wählt, wacht mit Bouffier auf. […] Es könnten am Ende die Stimmen sein, die den Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) und seine schwarz-gelbe Truppe im Amt halten.« Aus Gelb wurde Grün. Und es ist der Grünen-Spitzenmann Tarek Al-Wazir höchstpersönlich, der Volker Bouffier im Amt halten will. Ganz freiwillig und ohne Not.

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