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"Gorleben scheidet aus"

Von Dorothée Menzner, erschienen in Clara, Ausgabe 26,

Energieexpertin Dorothée Menzner über die Suche nach einem geeigneten Atomendlager

Was war für Sie das wichtigste Ergebnis des Untersuchungsausschusses zum Endlager in Gorleben?

Dorothée Menzner: Dass es nie um den sichersten Standort gemäß Wissenschaft und Technik ging. Es wurde immer getrickst und getäuscht, offensichtlich auch gelogen.

Gorleben scheidet als Standort für ein Atomendlager aus?

Ja, Gorleben ist geologisch ungeeignet und politisch verbrannt.

Was ist die Alternative?

Wir können Atommüll nicht exportieren. In Deutschland wurden 40 Jahre lang Atomkraftwerke betrieben. Also geht es um die risikoärmste Atommüllverwahrung hier. Wir brauchen eine völlig neue gesellschaftliche Debatte darüber, wie und wo Atommüll verwahrt werden kann.

Welche Kriterien schlagen Sie für diese Suche vor?

Es geht um Sicherheitskriterien, ethische Aspekte und das Verfahren an sich. Dazu müssen auch kritische Wissenschaftler und Umweltverbände gehört werden. Eine anschließende Suche muss mehrere Standorte vergleichen, transparent sein und die Bevölkerung beteiligen.

Was kostet die Lagerung von Atommüll?

Gorleben kostet bislang 1,8 Milliarden Euro, die Sanierung der Asse mehrere Milliarden Euro. In Zukunft kommen unkalkulierbare Kostenberge hinzu. Atomstrom ist extrem teuer, die Menschen zahlen zweifach: als Verbraucher und als Steuerzahler, der für die Folgekosten aufkommen muss.

 

Dorothée Menzner ist energiepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

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