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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Von Jutta Krellmann, erschienen in Clara, Ausgabe 42,

Seit Jahren missbrauchen Arbeitgeber Leiharbeit und Werkverträge, um Löhne zu drücken und Belegschaften zu spalten. Die Fraktion DIE LINKE hat diese Ungerechtigkeit im Bundestag immer wieder zur Sprache gebracht.

Trotz der erneuten Gesetzesänderung ändert sich für die Betroffenen nichts zum Besseren. Denn die einst vorübergehende Leiharbeit wird nun dauerhaft etabliert, und illegale Arbeitnehmer­überlassung über Scheinwerkverträge bleibt kaum nachweisbar.

Die angeblichen Verbesserungen sind reiner Etikettenschwindel: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit per Gesetz gilt beispielsweise gerade einmal für ein Viertel der Betroffenen. Auch Beschäftigten, die über Scheinwerkverträge ausgebeutet werden, ist dieses Gesetz keine Hilfe. Die Bundesregierung hat überhaupt kein Interesse daran, an der Situation der Beschäftigten etwas zu ändern – genauso wenig wie die Arbeitgeber.

Die Posse über Leiharbeit und Werkverträge ist damit ein Lehrstück, wie man prekäre Arbeit erst als Ausnahme salonfähig macht und dann dabei zuschaut, wie deren Missbrauch zur Regel wird. DIE LINKE lehnt Niedriglohnstrategien und Zwei-Klassen-Belegschaften in den Betrieben kategorisch ab. Für uns gilt das gewerkschaftliche Grund­prinzip: gleicher Lohn für gleiche Arbeit ab dem ersten Tag!