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Gesundheitspolitik braucht neue Rezepte

Von Birgit Wöllert, erschienen in Klar, Ausgabe 33,

Ein Kommentar von Birgit Wöllert

Die Sicherung der gesundheitlichen Versorgung ist eine der wichtigsten staatlichen Aufgaben. Obwohl die Zahl der Ärztinnen und Ärzte jährlich steigt, ist die ambulante medizinische Versorgung in einigen Regionen gefährdet. Arztpraxen sind sehr unterschiedlich verteilt, und das zeigt, dass die Steuerung nicht funktioniert.

Zu diesem Ergebnis kam jetzt auch ein Sachverständigenrat: Die Maßnahmen des Versorgungsstrukturgesetzes von 2012 haben nicht zu einer Verbesserung der Situation geführt. Im Gegenteil: Sie hat sich weiter verschärft. Dort, wo der Anteil an Privatversicherten sehr niedrig ist, gibt es besonders wenige Arztpraxen. Das liegt hauptsächlich an der deutlich höheren Vergütung bei der Behandlung von privat versicherten Patientinnen und Patienten gegenüber der Behandlung von gesetzlich Versicherten. Deshalb braucht es wirklich neue Rezepte in der Gesundheitspolitik.


Dazu gehört vor allem die Einführung einer solidarischen Bürgerinnen- und Bürgerversicherung. Ungleiche Entlohnung für gleiche ärztliche Leistung führt zu Zwei-Klassen-Medizin und gehört abgeschafft. Zudem brauchen wir wieder mehr Polikliniken, denn die klassische Niederlassung ist für viele junge Ärztinnen und Ärzte nicht attraktiv. So ließe sich nicht nur flächendeckend eine gesundheitliche Versorgung gewährleisten, sondern auch der kollegiale Austausch zwischen allen im Gesundheitsbereich tätigen Berufsgruppen.

 

Birgit Wöllert ist Obfrau der Fraktion DIE LINKE im Gesundheitsausschuss