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Gesetzlichen Mindestlohn vor dem 1. Mai einführen

Von Gregor Gysi, erschienen in Klar, Ausgabe 20,

Liebe Leserin, lieber Leser,
ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn ist die einfachste und wirksamste Lösung gegen das fortgesetzte Lohndumping in Deutschland.

Der Mindestlohn beteiligt die Beschäftigten am Aufschwung. Der jetzige Aufschwung geht an der Mehrzahl der abhängig Beschäftigten, der Rentnerinnen und Rentner und den Erwerbslosen vorbei. Nach einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen sanken in Deutschland die Reallöhne in den letzten zehn Jahren um 4,5 Prozent. In allen anderen Industrieländern stiegen die Realeinkommen.

Der Mindestlohn stärkt die Binnenkaufkraft. Heute arbeiten rund 22 Prozent aller abhängig Beschäftigten im Niedriglohnsektor: in Minijobs, in Teilzeit, in Leiharbeit und als Aufstockerinnen und Aufstocker. In Ostdeutschland verdient jeder dritte Beschäftigte weniger als 860 Euro, im Bundesdurchschnitt ist es jeder fünfte.

Der Mindestlohn verhindert Lohndrückerei. Ab 1. Mai dieses Jahres herrscht in der gesamten Europäischen Union Freizügigkeit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Osteuropa. Wird nicht endlich gegengesteuert, erhöht sich dadurch der Druck auf die Löhne noch weiter.
Schlussendlich stärkt der Mindestlohn die einheimische Wirtschaft und das Handwerk.

Aus diesen Gründen sollte ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn vor dem 1. Mai eingeführt werden und im Jahr 2013 bei zehn Euro pro Stunde liegen.

Mit solidarischen Grüßen,
Gregor Gysi ist Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE

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