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Geburten sind keine Ware

Von Cornelia Möhring, erschienen in Clara, Ausgabe 32,

ein Kommentar von Cornelia Möhring

Die Prämien für die Berufshaftpflicht der Hebammen sind explodiert, die Versorgung und die Wahlfreiheit bei Geburten werden brüchig. Ein Berufsstand ist bedroht. Das ist inzwischen bekannt. Seit 2010 laufen Proteste, die nur mit politischer Flickschusterei beantwortet werden. Ob Bahr oder Gröhe, die herrschende Politik hat zugeschaut, wie die Vorsorge bei Schwangeren, ein Teil der geburtlichen Angebote und die häusliche Wochenbettbetreuung zur Mangelware wurden. Nun hat das Gesundheitsministerium eine Einigung mit den privaten Versicherern für eine kurze Zeit verkündet. Das ist nicht mal der Ansatz einer Lösung.

Mit der wirtschaftlichen Notlage der Hebammen schauen wir zugleich auf die Spitze eines Eisbergs: Gesundheit wurde privaten Versicherern überantwortet. Deshalb hat DIE LINKE einen Haftungsfonds für alle pflegerischen und medizinischen Berufe vorgeschlagen. Denn welcher Berufsstand im Gesundheitswesen kommt nach den Hebammen? Einzellösungen zur Erhaltung dieses qualifizierten Berufs sind dringend, die Ursache des Dilemmas jedoch ist die Privatisierung der Gesundheitsvorsorge. Rechte für Patientinnen und Patienten dürfen keiner marktwirtschaftlichen Steuerung überlassen werden – weder bei Geburten noch bei anderen gesundheitlichen, pflegerischen und medizinischen Maßnahmen. Geburten sind keine Ware.

 

 

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