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„Für jede Droge bedarf es einer speziellen politischen Lösung“

erschienen in Clara, Ausgabe 33,

Vor zehn Jahren gründete der Jurist, Diplompsychologe und Psychoanalytiker Lorenz Böllinger zusammen mit fünf Kollegen den Schildower Kreis, der sich für die Änderung der Drogengesetzgebung in Deutschland starkmacht.

Wie kam es zur Gründung des Schildower Kreises?   Prof. Lorenz Böllinger: Wir waren eine Reihe von Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen, die alle aufgrund von Forschungsergebnissen und Praxiserfahrung zu dem Schluss gekommen waren, dass die Drogenpolitik mehr Schaden anrichtet, als sie nützt. Je genauer wir die Materie betrachtet haben, desto klarer wurde, dass das Strafrecht sogar überhaupt nichts nützt.   Wie sehen die Aktivitäten Ihres Netzwerks aus?   Vor zwei Jahren schrieben wir eine Resolution, die große Medienöffentlichkeit hervorgerufen hat und die 122 Strafrechtsprofessoren unterschrieben haben. Jetzt steht die Beratung der Parteien bei der Weiterverfolgung dieser Resolution im Vordergrund. Ich stehe in enger Verbindung mit den Verantwortlichen für Drogenpolitik bei den Grünen und mit Frank Tempel, Abgeordneter der Fraktion DIE LINKE.   Sind Sie wirklich für die Legalisierung aller Drogen?   Wir sind nicht für eine bedingungslose Legalisierung im Sinne eines Supermarktmodells. Wenn Legalisierung, dann ganz spezifisch bezogen auf die einzelnen Drogen, den Problemen dieser Drogen Rechnung tragend. Unser Vorschlag ist deshalb eine sorgfältige wissenschaftliche Überprüfung, um für jede Droge eine ganz spezifische Lösung und Regulierung zu finden.    Das Interview führte Sophie Freikamp.

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