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Freihandel tötet

Von Heike Hänsel, erschienen in Clara, Ausgabe 44,

Die G20 sind die größten Volkswirtschaften der Erde. Ihr Hunger nach Rohstoffen, ihre Waffenexporte und ihre Handelsinteressen sind weltweit verantwortlich für viele Konflikte. Diese werden zumeist in Ländern ausgetragen, die beim G20-Gipfelgar nicht mit am Tisch sitzen. Die Kriege in Syrien, im Irak, in Afghanistan, Libyen und im Jemen führen etliche der Regierungen, die sich nun zum G20-Gipfel in Hamburg einfinden werden, allen voran die US-Regierung und die NATO-Staaten. Die Bundesregierung ist durch ihre Waffenlieferungen an die Türkei und Saudi-Arabien, den Tornado-Einsatz und die Regime-Change-Politik der NATO mit dabei.

Auch wenn nicht alle G20-Staaten in einen Topf geworfen werden dürfen, auch dieses Format schwächt die Vereinten Nationen. Deshalb fordern wir: UNO statt G20!

Deutlich zeigt sich das auch in der Handelspolitik: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angekündigt, Ziel des Treffens in Hamburg sei ein starkes Bekenntnis zum Freihandel. Dafür reiste sie eigens nach Argentinien und Mexiko. Gerade Mexiko zeigt aber, wie verheerend diese zerstörerische Freihandelspolitik ist. Es ist das Land mit den meisten Freihandelsabkommen weltweitund gilt gleichzeitig als Failed State (gescheiterter Staat) aufgrund der hohen Gewaltrate, der großen Armut und der Unterwanderung durch die organisierte Kriminalität.

Freihandel tötet – das muss in Hamburg die Botschaft der Proteste sein! Wir wollen eine solidarische Handelspolitik, die auf die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen im Süden abzielt, statt Konzerninteressen zu dienen.