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"Familie ist, wenn man Familie lebt"

Von Cornelia Möhring, erschienen in Clara, Ausgabe 40,

Cornelia Möhring will die Gleichstellung von Einelternfamilien

Alleine erziehen in Einelternfamilien ist eine Form unter vielen, in der Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Die Gründe, allein für Kinder zuständig zu sein, sind vielfältig. Fakt ist: Einelternfamilien sind real, für immerhin 2,7 Millionen Eltern, 90 Prozent davon sind Frauen.

Die Politik der Bundesregierung kennt – aller rhetorischen Modernisierungen zum Trotz – vor allem eine Konstellation: Vater-Mutter-Kind(er). Es hilft Alleinerziehenden wenig, wenn die Familienministerin die Vielfalt der Familienformen betont, die Bundesregierung, der sie nun einmal angehört, bei der Unterstützung dieser Familienform jedoch versagt oder Familie nur dann weit fasst, wenn es darum geht, gesellschaftliche Verantwortung für Sorge und Pflege in den privaten Bereich zu schieben.

Finanzielle Entlastung für Einelternfamilien zu schaffen, wäre mit dem entsprechenden politischen Willen möglich. Mit einer Reihe kurzfristiger Maßnahmen – Entfristung des Unterhaltsvorschusses, 24-monatiger Elterngeldanspruch für Alleinerziehende, Elterngeld unabhängig von Transferleistungen – ließe sich der Lebensalltag vieler alleinerziehender Mütter und Väter schnell verbessern.

Cornelia Möhring ist frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

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