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Erfolgsgeschichte Rekommunalisierung

erschienen in Klar, Ausgabe 18,

Seit Jahren besitzen große Konzerne in Deutschland die Lizenz zum Gelddrucken: Von Kommunen übernahmen sie zu Spottpreisen Stadtwerke, Müllabfuhrunternehmen und Krankenhäuser. Sie erhöhten die Gebühren, drückten die Löhne und verzichteten auf Investitionen. Doch in immer mehr  Regionen regt sich Widerstand. Mit Erfolg: Weil die rekommunalisierten Betriebe niedrigere Gebühren und höhere Qualität bringen, sind Bürgerinnen und Bürger begeistert.

Ahrensburg (Schleswig-Holstein)
Nach einem Rechtsstreit mit dem Energiekonzern E.ON Hanse übernahm im Jahr 2006 wieder ein kommunaler Betrieb die örtliche Gasversorgung. Überschüsse fließen jetzt an die Kommune, von Preissenkungen profitieren die Kunden.

 

Landkreis Uckermark (Brandenburg)
Der Landkreis nahm die einst privatisierte Müllabfuhr wieder selbst in die Hand. Heute zahlen Verbraucherweniger Gebühren, der Landkreis spart Geld, und die Beschäftigten der Müllabfuhr erhalten Löhne auf Tarifniveau.

 

Rhein-Hunsrück-Kreis (Rheinland-Pfalz)

Nach Ablauf des Müllentsorgungsvertrags mit einem privaten Betreiber gründete der Landkreis die kommunale Rhein-Hunsrück Entsorgung (RHE). Weil das Ziel nun nicht mehr der private Gewinn ist, konnte die RHE in den Jahren 2007 und 2010 die Tarife um jeweils vier Prozent senken.

 

Bad Salzungen (Thüringen)
Nachdem die Stadt ihre kommunalen Kindertagesstätten an private Träger abgegeben hatte, musste sie jahrelang Zuschüsse zahlen. Nun betreibt die Stadt wieder ihren eigenen integrativen Kindergarten mit eigener Küche, großem Garten und modernem Konzept.

 

Bodenseekreis (Baden-Württemberg)
Sieben Gemeinden beendeten die Zusammenarbeit mit Strom- und Gasversorgern und gründeten ihr eigenes Regionalwerk Bodensee. Überschüsse fließen nun nicht mehr an Konzernzentralen, sondern in die Region.

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