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Eine andere Welt ist möglich

erschienen in Clara, Ausgabe 29,

Tausende Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich an einem neuen Politik-Projekt der Fraktion DIE LINKE, das die Gesellschaft sozial-ökologisch verändern will.

Das Vorhaben war kühn und ziemlich untypisch für den Politikbetrieb in Berlin. Im vorigen Sommer startete die Fraktion DIE LINKE ein neues Projekt namens Plan B. Die Idee lautete: Konzepte und Projekte für eine Gesellschaft zu entwickeln, in der die Menschen sozial-ökologisch nachhaltig leben, arbeiten und produzieren.

Die Vision einer Welt also, in der Mobilität für alle Menschen möglich ist und dennoch die Umwelt kaum belastet, in der Lebensmittel nicht der Profitgier einiger weniger Konzerne unterliegen, sondern vor allem biologisch produziert werden und für jeden bezahlbar sind. Eine Welt, in der die Stromversorgung dezentral und nachhaltig läuft und unter demokratischer Kontrolle steht.

Kühn war das Projekt, weil es für einen Zeitraum von mehreren Legislaturperioden angelegt war. Untypisch zudem, weil es mit Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam diskutiert und verbessert werden sollte – durch Debatten im Internet, auf Konferenzen und in Arbeitsgruppen in der ganzen Republik.

Den Auftakt bildete im vorigen Jahr die Veröffentlichung einer utopischen Streitschrift. In dieser wurde das Leben in einer sozial-ökologisch nachhaltig wirtschaftenden Welt im Jahr 2050 beschrieben – vor allem für die Bereiche Energie, Industrie, Verkehr und Landwirtschaft. Zudem enthielt sie erste Projekte und Konzepte, wie ein solches Ziel zu erreichen ist.

Zur Diskussion standen diese Visionen auch auf einer Plattform im Internet. Insbesondere die mit der „Frage der Woche“ aufgeworfenen Visionen und offenen Punkte des Konzepts wurden zum Renner. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger kommentierten diese, machten Gegenvorschläge und benannten die aus ihrer Sicht vorhandenen Schwachstellen des Konzepts.

Ähnliches passierte auch auf den zahlreichen Plan-B-Veranstaltungen. Zu diesen lud die Fraktion DIE LINKE deutschlandweit ein, und Hunderte Menschen folgten der Einladung, um gemeinsam an dem Projekt zu arbeiten.

Das nächste Highlight folgte dann im Herbst 2012: Die große Plan-B-Konferenz in Berlin. Mehr als 200 Menschen hatten sich hierfür aus der Republik auf den Weg gemacht, um gemeinsam am Plan B zu arbeiten. In zahlreichen Workshops wurden unter anderem Themen wie Grundeinkommen, Energiewende, Nahrungsmittelproduktion und Mobilität erarbeitet. Ein zentraler Aspekt dabei: Egal wie eine nachhaltige Lebensweise aussehen kann, sie muss für alle bezahlbar sein. Ohne soziale Gerechtigkeit, so das Fazit, bleibt die Vision einer sozial-ökologischen Wende im besten Fall ein Plan B für Wohlhabende.

Im Sommer geht Plan B nun in die zweite Runde. Derzeit arbeitet die Fraktion DIE LINKE an einem Relaunch der Plan-B-Website. Zudem erscheint eine Broschüre. Darin veröffentlicht wird die aktuelle Vision von Plan B, in den die Vorschläge und Kritiken der Bürgerinnen und Bürger eingeflossen sind. Das reicht vom Verhindern einer absichtlichen Verkürzung der Lebensdauer von Produkten bis hin zu Pilotprojekten in Kommunen, in denen Gebrauchsgüter nicht mehr im individuellen Besitz sind, sondern gemeinschaftlich genutzt werden können, etwa Bohrmaschinen und andere technische Geräte.

Ein weiterer Meilenstein des Projekts ist die Gründung von Arbeitsgruppen mit Politikerinnen und Politikern aus Ländern und Kommunen. Diese sollen in naher Zukunft in Plan B erdachte Projekte initiieren, damit aus Visionen eine andere Realität wird.

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