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Editorial

Von Cornelia Möhring, erschienen in Lotta, Ausgabe 10,

Wie kann gutes Leben funktionieren? Wie können Arbeit und der alltägliche lebenswerte "Rest" zusammengehen?

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

immer wieder kommen wir auf die so grundlegende, spannend bleibende Frage zurück: Wie erreichen wir ein gutes Leben für alle? Aus dieser Perspektive formulieren wir Ansprüche an den Beruf und erinnern an den allzu oft vernachlässigten „Rest“. Wie möchte ich lernen, mich selbst künstlerisch auszudrücken, wie möchte ich meine Beziehungen gestalten und Kinder großziehen, wie möchte ich wohnen und mich ernähren, wie möchte ich mich in die Gesellschaft einbringen. Und schließlich: Wie geht das alles zusammen?

In dieser Lotta möchten wir dazu ermutigen, diese Fragen mit neuem Nachdruck zu stellen. Wir gehen dem ganz praktisch nach. So ist Lotta unterwegs mit einer jungen Landwirtin, gut ausgebildet, und doch scheitert ihr Dasein als Bäuerin fast am nicht bezahlbaren Ackerland. Wenn da nicht eine neue Form von Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung wäre. Die Prekarität unserer Lebensverhältnisse, die viele von uns davon abhält, Pläne zu schmieden und Wünsche auszuleben – diese Prekarität ist eine politische Willensentscheidung.

Für uns bedeutet das: So wie es ist, muss es nicht bleiben! Die Zukunft ist Hoffnung, Chance und Utopie. Exemplarisch lassen wir darum junge Frauen zu Wort kommen. Was für ein Leben wollen sie? Lotta lässt sie erzählen, ihre Wünsche und Erwartungen machen nachdenklich, und lassen doch auf eine andere Zukunft hoffen.

Wie wollen wir leben, wir wollen wir arbeiten? Mit dieser Frage beschäftigten sich letztlich alle Gespräche, Diskussionen und Werkstätten während der ersten Linken Woche der Zukunft. Es war ein fröhliches, entspanntes, kluges Aufeinandertreffen von Frauen und Männern aus der Wissenschaft, Kunst und Kultur, Politik und vielen Interessierten. Aus unserer Fraktion beteiligten sich etliche Abgeordnete an dieser Zukunftswerkstatt. In Lotta sprechen sie darüber, was bleibt von diesen Tagen, was müssen wir gemeinsam ändern, um ein „gutes Leben“ zu führen, solidarisch und behutsam zuzüglich unserer Umwelt.

Und wie gehen wir mit „anderen“ um? Wie begreifen wir Vielfalt? Als Bereicherung und essenziell für die wird durch veraltete Gesetze, mit denen tradierte Geschlechter- und Familienbilder bevorzugt werden, eingeschränkt. Lotta schaut erneut auf die Lebenssituation von Alleinerziehenden und auf ihre Benachteiligung gegenüber der traditionellen Familie. Lotta zeigt die Einelternfamilie aber auch als eigenständiges Lebensmodell und macht Vorschläge, wie sie wirklich gleichgestellt werden kann. Und Lotta ist natürlich auch in dieser Ausgabe wie gewohnt queer unterwegs.

Auch diese Lotta ist bunt, lebensfroh, kämpferisch und will nachdenklich machen. Ich hoffe, unser Magazin inspiriert Sie und macht Lust auf Zukunft.

 

Ihre Cornelia Möhring

 

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