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Dies & Das

erschienen in Lotta, Ausgabe 11,

Tipps im Telegrammstil

Refugees welcome

Helferinnen und Helfer eingeladen

Ende November trafen sich auf Einladung der Fraktion DIE LINKE 400 Frauen und Männer, Kommunalpolitikerinnen und -politiker zu einer Flüchtlingskonferenz im Bundestag. Dabei waren auch Lena Mevenkamp und Alina Weber, Flüchtlingshelferinnen aus Halle und Leipzig. Sie waren mit sieben Hilfskonvois an den Grenzen des Balkans unterwegs. Was sie erlebten, war unfassbare Not. Gefragt waren so einfache Dinge wie Wasser, warme Kleidung, warmes Essen, Medikamente. Die Botschaft der beiden Frauen: „Diese Menschen haben jede und jeder für sich gute Gründe, nach Europa zu kommen.“ Das ehrenamtliche Engagement sei keine Lösung, weder politisch noch humanitär. Ihre Bitte: „Stehen wir dafür ein, dass nicht jegliche Menschlichkeit aus der Politik und aus den europäischen Strukturen verschwindet.“

 

Studie

Outing im Büro

Das funktioniert privat und beruflich besser in Großkonzernen als in Kleinunternehmen. Das Karlsruher Institut für Technologie wies das in einer im November veröffentlichten Studie nach. Demnach outeten sich 72 Prozent der Befragten in Unternehmen mit mehr als 50.000 Mitarbeitern, in Betrieben mit unter 100 Angestellten dagegen nur 62 Prozent. Im Vergleich zu vor drei Jahren erleben LGBT-Arbeitskräfte (LGBT steht für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) tendenziell auch weniger Diskriminierung. Dennoch sprach jede/r Dritte von konkreten Erfahrungen mit Mobbing und Be lästigung, und ein Viertel aller Befragten sahen ihre Karrierechancen aufgrund ihrer sexuellen Identität „negativ“ oder „eher negativ“. Besonders betroffen sind Transpersonen.

 

Angefragt

Rente reicht nur mit Minijob

Immer mehr alte Menschen sind auf staatliche Grundsicherung angewiesen. Die Zahl derer, die jenseits des Rentenalters diese Sozialhilfe brauchen, stieg von 257.734 im Jahr 2003 auf mehr als eine halbe Million Ende 2014. Ebenso rasant wuchs die Zahl von Minijobbern im Seniorenalter. Laut Bundesagentur für Arbeit waren im Jahr 2003 bundesweit knapp 533.000 über 65-Jährige im Minijob, im März 2015 zählte man schon 904.000. Sabine Zimmermann, stellvertretende Vorsitzende und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, erfragte diese Fakten bei der Bundesregierung. Der „überwiegende Teil der älteren Menschen“, so Sabine Zimmermann, „dürfte nicht aus Spaß und Zeitvertreib weiterarbeiten“, sondern „um der Armut zu entfliehen“.

 

Filmtipp

„Ohne Rast. Ohne Eile.“

So heißt ein neuer Dokumentarfilm der Kameradistinnen. Er erzählt von Bäuerinnen und Bauern Tausende Kilometer weit weg von Europa. Es geht um Land, um Boden, um Heimat, um ein selbstbestimmtes Leben der Ureinwohnerfamilien im Norden Argentiniens. Die Schwachen treffen auf die Starken – auf den Staat und die Großkonzerne. Und sie gewinnen – ganz „Ohne Rast. Ohne Eile“. Der Film verzichtet auf Kommentare, die Kamera begleitet und beobachtet die Menschen: bei der Arbeit, auf ihren Feldern und Märkten, in der ersten eigenen Universität, in den Schulen für ihre Kinder. Es ist der Stolz, die Würde, ihre Gesichter, und die Geschichten, die berühren. Ein stiller Film, der staunen und manchmal weinen lässt. „Ohne Rast. Ohne Eile.“ wird im Schwarmverleih vertrieben und in Kinos gezeigt, die von Menschen vor Ort empfohlen wurden. Sehr sehenswert.

Mehr unter kameradisten.org