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Die »neue« Bundeswehr: Werbung und Wirklichkeit

Von Christine Buchholz, erschienen in Clara, Ausgabe 27,

In Somalia, Kosovo, Afghanistan, Mali – Tausende Bundeswehrsoldaten sindweltweit im Einsatz. Offiziell zur Wahrung der Menschenrechte. Was hinter dem»neuen« Image des Militärs steckt, zeigt eine Ausstellung der Fraktion DIE LINKE. Christine Buchholz stellt sie vor.

Von Plakaten in der U-Bahn oder im Internet blicken uns zufriedene junge Leute in smarten Uniformen an. Junge Frauen fahren lächelnd Jeep, die Jugendzeitschrift BRAVO lädt Kinder zum »B(undes)W(ehr)-Adventure-Camp« ein, und im Schulunterricht erzählen Jugendoffiziere 16-Jährigen, warum der Einsatz deutscher Soldaten im Ausland notwendig ist. Das Militär auf Werbetour! Warum eigentlich? Jede Armee benötigt Legitimität. Ihr Auftrag und ihre Existenz müssen in der Öffentlichkeit gerechtfertigt werden. Besonders dann, wenn dieser Auftrag geändert wird. Seit den 90er Jahren befindet sich die Bundeswehr im Umbau. Die einst auf Landesverteidigung ausgerichtete Wehrpflichtigenarmee wird mehr und mehr umstrukturiert zu einer international eingreiffähigen Berufsarmee. Das braucht Rekruten, junge Männer genauso wie junge Frauen. Und so werden Abenteuer, Kameradschaft und ein sicherer Arbeitsplatz versprochen. Was Frauen und Männer in Uniform tatsächlich bei einem Auslandseinsatz erwartet, blendet die Werbekampagne komplett aus. Kein Wort dazu, dass es um Gewalt geht, ums Töten und sogar Getötet werden. Nirgends kommen die Opfer der NATO-Kriege zu Wort. Niemand erzählt von den Familien, die mit Soldaten klarkommen müssen, die schwer verletzt oder traumatisiert aus den Kriegs- und Krisengebieten nach Hause zurückkehren.

 

Wir, DIE LINKE, haben mit Soldaten gesprochen, über ihren Ausstieg, über körperliche und seelische Verletzungen, und wir waren bei Opfern in Afghanistan. Wir analysieren das Bild der Bundeswehr in den Medien, fordern ein »Raus aus den Schulen!« und hinterfragen die scheinbare Wiedergewöhnung an Krieg. Wir beleuchten das Wirken der »neuen« Bundeswehr im öffentlichen Raum und dokumentieren Alternativen: Zivil statt militärisch.

Die insgesamt zehn Plakate können als Ausstellung bei uns bestellt werden. Auch bin ich und sind andere Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE gern bereit, an Diskussionen über »Die ›neue‹ Bundeswehr zwischen Werbung und Wirklichkeit« teilzunehmen.

 

Christine Buchholz ist friedenspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

 

Für Beratung zur Organisation der Ausstellung stehen Christine Buchholz christine.buchholz@bundestag.de und der Bereich Öffentlichkeitsarbeit heinrich.eckhoff@linksfraktion.de zur Verfügung.

Bestellungen über: versand@linksfraktion.de

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