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„Deutschland ist nach rechts gerückt“

erschienen in Klar, Ausgabe 13,

Kaum ein Journalist fragt so hartnäckig nach wie Stern-Reporter Arno Luik. Für sein Buch »Wer zum Teufel sind Sie nun?« (Kunstmann, 22,00 EUR) stellte er Interviews unter anderem mit Oskar Lafontaine, Angela Merkel und Joschka Fischer zusammen.

Welches Bild haben Sie vom heutigen Deutschland?

Arno Luik: Wenn man meine Gespräche liest, die ich in den letzten 20 Jahren führte, fällt auf, wie das Land nach rechts gerückt worden ist. Der Unterschied zwischen Oben und Unten wurde größer und der Konsens vom Sozialstaat aufgegeben. Diese Wunde wird nicht heilen, wenn es so weitergeht wie bisher.

Sonst wird doch eher vor einem Linksruck gewarnt …

Wurde etwas an den Hedgefonds-Gesetzen geändert? 2003 sagte Michael Rogowski als Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, die Wirtschaft sei ein Gefangener des Staates und müsse befreit werden. Was hat diese »Befreiung « gebracht? Größere Armut für viele, letztendlich die Finanzkrise, Angst. Nun kann jeder sehen, dass die neoliberale Ideologie gegen die Wand gefahren ist.

Haben Sie Hoffnung für das Land?

Natürlich! 2003 kritisierte Friedhelm Hengsbach, der Vertreter der christlichen Soziallehre, die Agenda 2010 und meinte, kein Kanzler hätte die Bürger so hart geprügelt wie Gerhard Schröder.

Weil Hengsbach sich für Konjunkturprogramme einsetzte, wurde er als Mann von Gestern verteufelt. Jetzt werden solche Konzepte umgesetzt.

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