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Das Sündenregister von Bahnchef Mehdorn

erschienen in Klar, Ausgabe 13,

Das Sündenregister von Hartmut Mehdorn, Ex-Chef der Deutschen Bahn AG, war lang: 2002 ersetzte er die alte BahnCard durch ein undurchschaubares Preissystem, das bei Fahrgästen bis heute unbeliebt ist. Gleichzeitig stellte er das preiswertere InterRegio-Angebot ein. Er koppelte viele Regionen vom Fernverkehr ab und dünnte Fahrpläne aus. Einziger Zweck: Die Bahn sollte an der Börse glänzen. Als im vergangenen Jahr bei einem ICE eine Achse brach, entgingen die Fahrgäste und die Deutsche Bahn nur um Haaresbreite einer Katastrophe.

Nun haben Mehdorns Attacken auf die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Fass zum Überlaufen gebracht. Der massive Druck der Gewerkschaften hat bewirkt, was die Regierung bislang erfolgreich hintertrieb: Den Rücktritt Hartmut Mehdorns als Chef der Deutschen Bahn. Er war überfällig.

Bleibt zu hoffen, dass die Neubesetzung seines Postens mit mehr politischer Vernunft erfolgt, als das augenblickliche Geschacher der auseinanderdriftenden Koalition in vielen Fragen befürchten
lässt. Denn hier geht es um Größeres als eine Personalie: Es geht um einen Strategiewechsel - weg von der Börsenbahn.

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