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Das Kindeswohl zählt

erschienen in Lotta, Ausgabe 9,

Eine Kommentar.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind zunächst einmal Schutzbedürftige. Damit steht die Kinder- und Jugendhilfe im Vordergrund. Für DIE LINKE bedeutet dies, dass die Interessen und Bedürfnisse der jungen Menschen wichtiger sind als eine starre bürokratische Verteilung. Wir plädieren für eine zeitlich flexible Aufnahmephase, die dazu dient, ein Vertrauensverhältnis zwischen den jungen Flüchtlingen und den Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe zu entwickeln, um so die Interessen der junge Menschen zu erfassen und Zukunftsoptionen auszuloten. In dieser Phase kann gemeinsam geklärt werden, an welchem Ort in der Bundesrepublik Deutschland die besten Bedingungen für die jeweils individuelle Situation der jungen Flüchtlinge anzutreffen sind. Dabei sind zahlreiche Kriterien zu beachten, insbesondere familiäre Bindungen, soziale Kontakte, kulturelle Aspekte, Interessen, Berufsperspektiven sowie gegebenenfalls spezialisierte Jugendhilfeeinrichtungen.
Insgesamt ist die Kinder- und Jugendhilfe zu stärken und auszubauen. Nur dann kann sie ihren allgemeinen und vielfältigen Aufgaben nachkommen, und nur dann können genügend Kapazitäten vorgehalten werden, um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bestmöglich aufzunehmen, sie zu betreuen und zu unterstützen. Eine unabdingbare Voraussetzung dafür ist, die Kommunen finanziell in die Lage zu versetzen, diese Aufgaben auch professionell wahrnehmen zu können.
Norbert Müller – ist Sprecher für Kinder und Jugendpolitik der Fraktion DIE LINKE
 

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