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»Das Geld kam nie beim griechischen Volk an«

erschienen in Klar, Ausgabe 35,

Warum ist Griechenland trotz vieler Hilfsprogramme hoch verschuldet? Dimitrios Papadimoulis: Die Programme waren dazu bestimmt, die europäischen Banken zu retten. Das Geld ist niemals beim griechischen Volk angekommen. Das Volk hat diese Programme niemals gewählt, es ist nicht einmal gefragt worden.    Was sind die wichtigsten Ziele der neuen Regierung? Unser Bestreben zielt darauf ab, die einseitige und harte Kürzungspolitik zu beenden. Wir wollen die Wirtschaft auf nachhaltige Entwicklung ausrichten und eine tragfähige Lösung für die Staatsschulden finden, unter anderem indem wir eine Brückenlösung anstreben zwischen dem bisherigen Kreditprogramm, das gescheitert ist, und einem neuen Programm.   Was passiert, falls die europäischen Institutionen auf weiteren Sozialkürzungen bestehen?  Ich möchte der Regierung keine öffentlichen Ratschläge erteilen, weil das den laufenden Verhandlungen schaden könnte. Ganz allgemein sage ich, dass es nach den harten Einschnitten bei Löhnen und Renten von im Durchschnitt mehr als 30 Prozent in den vergangenen fünf Jahren keinen Spielraum für weitere Kürzungen gibt.   Dimitrios Papadimoulis ist Vizepräsident des Europäischen Parlaments und Mitglied von Syriza