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Auferstanden aus Ruinen …

erschienen in Clara, Ausgabe 1,

Mit den Linken hatte niemand im Bundestag gerechnet. Platz gab es bisher nur für vier Parteien. Nach monatelangen Umbauten verfügt nun auch DIE LINKE. über einen eigenen Fraktionssaal, den Clara-Zetkin-Saal.

Was die bis dato im Bundestag vertretenen vier Parteien nicht laut zu sagen wagten, ist bei der Wahl 2005 doch passiert: Die deutsche Linke zog vereint in den Bundestag ein. Zur Überraschung der etablierten Parteien kam der Schreck für die Bundestagsverwaltung: Da der Bundestag nur für vier Parteien konzipiert worden war, verfügte er auch nur über vier Fraktionssäle. Für die Linksfraktion mussten also die Bauarbeiter ran.

Der Saal trägt den Namen Clara Zetkins. Die in Sachsen geborene Soszialdemokratin und spätere Kommunistin hat als große Frauenrechtlerin nicht nur die Einführung des Internationalen Frauentags angeregt, sondern sich internationale Anerkennung für ihr Eintreten für die sozial Schwachen erworben. Clara Zetkin war Alterspräsidentin des Deutschen Reichstages 1932 und starb ein Jahr später in der Nähe von Moskau.

Zur Einweihung am 9. Mai 2006 begrüßte Petra Pau, die soeben zur Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags gewählt worden war, ihre Fraktionskolleginnen und -kollegen. Gemeinsam mit den Vorsitzenden der Fraktion, Gregor Gysi und Oskar Lafontaine, hieß die Berlinerin die Gäste und viele Journalisten willkommen.

Wände mussten neu eingezogen und verkleidet, Steckdosen und Stühle installiert werden. An den Wänden hängen große Schautafeln mit Originalzitaten und Konterfeis von Clara Zetkin, Jean-Jaques Rousseau und Heiner Müller.

Die erste Sitzung im neu gestalteten Saal fand am 9.Mai 2006 statt. Frank-Jürgen Weise, Chef der der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, war Gast der Fraktion. Später folgten unter anderem eine Sondersitzung zum 50. Jahrestag des KPD-Verbots in der alten Bundesrepublik und mehrere Debatten über die bevorstehende Gesundheitsreform.

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