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Auf ein Wort mit den Herausgeberinnen

Von Cornelia Möhring, Sahra Wagenknecht, erschienen in Clara, Ausgabe 22,

Das Jahr 2011 neigt sich dem Ende zu, und wenn es ein Thema gab, das über das gesamte Jahr hinweg die Nachrichten beherrscht hat, ist es die Eurokrise. Und obwohl uns die Bundesregierung jede Woche aufs Neue zu vermitteln versucht, dass sie alles im Griff habe, wird die Krise schlim-mer und schlimmer. Das wundert nicht, denn der Kurs der Bundesregie-rung ist grund-legend falsch und droht Europa zu zerstören. Die Krise lässt sich nicht bewältigen, indem man Reiche und Vermögende weiter mästet, an Sozialleistungen spart und den Steuerzahler zur Melkkuh macht. Um die Krise zu lösen, braucht es eine andere Politik. Eine Politik, die allein DIE LINKE fordert. Wie diese aussehen würde, wird in diesem Heft skizziert. Im Bundestag startet nun die zweite Hälfte der Legislaturperiode. Die Linksfraktion hat sich dafür gerade mit einem neuen Fraktions-vorstand aufgestellt. Ich bin zur ersten stellvertretenden Vorsitzenden gewählt worden
und freue mich sehr, ab sofort in dieser Funktion nach innen und vor allem noch stärker in
die Öffentlichkeit hinein wirken zu können. Denn darum geht es: die Konzepte der Links-fraktion bekannt zu machen und zu zeigen, dass DIE LINKE weiß, wie eine bessere Politik zu machen wäre, eine Politik, die die Krise bekämpft und für mehr soziale Gerechtigkeit in diesem Land sorgt. Dafür werde ich mich gemeinsam mit der Fraktion im kommenden Jahr mit aller Kraft weiter stark machen.

Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Jahreswechsel und alles Gute für 2012!

Sahra Wagenknecht

 

Wie die Beispiele in diesem Heft zeigen, ist eine andere Welt dringend nötig und möglich! DIE LINKE hat in ihrem Parteiprogramm Elemente einer solchen gerechten und mensch-lichen Welt zur öffentlichen Diskussion gestellt. Dazu gehören die Themen gute Arbeit und eine neue Politik um Zeit, die für mich als neu gewählte erste stellvertretende Fraktionsvorsitzende besonders im Mittelpunkt der Arbeit stehen. Beide Themen hängen im Alltag eng miteinander zusammen, das erfahren immer mehr Menschen: Diejenigen, die einen Arbeitsplatz haben, arbeiten zu lange, unter riesigem Druck und mit vielen gesundheitlichen Risiken. Sie haben zu wenig Zeit für die anderen Dinge des Lebens: Freunde und Familie, Sport und den Kinobesuch, die eigene Weiterbildung oder einfach für Muße-stunden. Und diejenigen, die gerne einen Teil dieser Mehrarbeit leisten würden, werden nicht eingestellt. Da muss sich dringend was ändern: Jeder Mensch hat das Recht auf das ganze Leben! Im Moment überlagert die Frage der Banken- und Finanzkrise ja diese wichtige Diskussion. Doch im Schatten der Bankenrettung öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich in der Bundesrepublik immer weiter. Das spüren die Menschen, und sie sagen, nicht mehr ohne uns: Sie wollen mitreden, gefragt werden. Das zeigen die Occupy-Bewegungen zwischen New York und Frankfurt am Main, die Proteste in Gorleben, das Nein der Menschen in der Lausitz zur weiteren Abbaggerung ihrer Heimat. Von solchen Menschen und Motiven erzählt die letzte Ausgabe der clara in diesem Jahr.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre.

Cornelia Möhring

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