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Auf der Suche nach der Sonne

erschienen in Clara, Ausgabe 10,

Die Anhänger der LINKEN kommen aus sämtlichen Einkommensschichten und sind nicht überdurchschnittlich einkommensschwächere oder vom sozialen Abstieg betroffene Personen, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin Anfang Oktober dieses Jahres mit. Das Schicksal der 38-jährigen Remscheiderin Anna Salmen macht deutlich, warum dies so ist: Im Land der Agenda 2010 kann der soziale Abstieg jeden treffen. »Wir waren da, wo die Sonne schien«, sagt die gelernte Bürokauffrau und meint damit die Zeit vor jenem Tag im Oktober 2007, als ihr Mann einen Schlaganfall erlitt. Anna will Zeitarbeitjobs annehmen, aber selbst den Zeitarbeitsfirmen gilt sie als Ausfallrisiko. Acht Wochen soll sie unentgeltlich zur Probe arbeiten - einen Vorvertrag verweigert man ihr. Mehr als 100 Bewerbungen - nichts. Essen holt sie inzwischen von der Tafel, gebrauchte Kleidung für die Familie wird bei eBay ersteigert, die Wärme, von der sie träumt, kommt aus dem Backofen - ein warmes Zimmer muss genügen.

Zeitarbeit und Billigjobs sind das, was den Bürgerinnen und Bürgern als Erlösung für ihre Misere angeboten wird - das Allheilmittel, mit dem die rot-grüne und nun die rot-schwarze Regierung die Statistiken schönen. Sie geht damit auf Stimmenfang: mit Leiharbeit, die doch nichts anderes ist als Ausbeutung der übelsten Sorte. DIE LINKE hat von Anbeginn vor den Folgen für die Betroffenen gewarnt: Armut trotz Arbeit. Interessant am Beispiel von Anna Salmen ist: Nicht einmal dafür wird sie für tauglich befunden - sie sei zu unflexibel. Hartz IV kann wirklich jeden treffen.

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