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„Armut ist alltäglich“

Von Dagmar Enkelmann, erschienen in Clara, Ausgabe 18,

Dagmar Enkelmann spricht über ihr Engagement für die Tafel in Strausberg.

Sie sind direkt gewählte Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Märkisch-Oderland, in dem auch Strausberg liegt. Was verbindet Sie mit der dortigen Tafel?

Dagmar Enkelmann: Seit Jahren informiere ich mich regel-mäßig über die Probleme der Menschen, die dort Hilfe bekommen. Tradition hat mittlerweile der alternative Neujahrsempfang, den DIE LINKE. Strausberg bei der Tafel organisiert. Vor Kurzem habe ich mit meiner Kollegin Halina Wawzyniak bei der Tafel eine Sprechstunde angeboten, die sehr gut angenommen wurde. Eine Wiederholung ist geplant.

 

Inwiefern unterstützen Sie diese Einrichtung?

Unsere Bundestagsfraktion hat beschlossen, die Diätenerhöhungen der 16.Wahlperiode an soziale Einrichtungen zu spenden. Seitdem erhalten die Tafeln in Strausberg, Seelow und Bernau 100 Euro monatlich von mir.

 

Was fällt Ihnen bei Besuchen bei der Tafel besonders auf?

Die Zahl der dort Betreuten steigt kontinuierlich. Es sind vor allem Alleinerziehende sowie zunehmend Rentnerinnen und Rentner, die von der Tafel unterstützt werden müssen. Dank vieler Einzelhändler und Supermärkte ist das auch möglich. Aber ich wünschte mir eine Gesellschaft, in der das nicht notwendig ist und jede und jeder menschenwürdig leben kann.

 

Einrichtungen, in denen Menschen günstig Lebensmittel und Kleidung erhalten, gibt es vielerorts. Ist Armut mittlerweile alltäglich?

Leider ja. Wer mit offenen Augen durch die Städte geht, kann die Armut nicht übersehen. Mich erschüttert immer wieder, wie Politiker anderer Parteien das Problem unter den Tisch kehren. Damit kann und will ich mich nicht abfinden.

 

 

Dagmar Enkelmann ist 1. Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion DIE LINKE

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