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»Arbeit muss sicher, anständig bezahlt und gesund sein«

erschienen in Klar, Ausgabe 7,

Interview mit Werner Dreibus

Sie bereiten eine »Initiative für Gute Arbeit« vor. Warum?

Werner Dreibus: Immer weniger Menschen haben eine gute Arbeit: Millionen Frauen und Männer haben gar keine Arbeit oder schuften zu Hungerlöhnen und arbeiten in unsicheren Jobs. Millionen werden krank vor lauter Überstunden und Arbeitshetze. Diese Entwicklung macht die Menschen und auch die Gesellschaft kaputt.

Seit wann beobachten sie diese Entwicklung?

Die Regierungen Schröder und Merkel haben eine falsche Politik gemacht: Die Hartz-Gesetze setzen Arbeitslose und Beschäftigte unter Druck. Statt mehr Arbeitsplätzen gibt es immer weniger gute Arbeit. Viele, die früher einen festen Arbeitsplatz hatten, müssen sich heute als Leiharbeiter durchschlagen oder werden mit befristeten Tätigkeiten und Mini-Jobs abgespeist.

So weit, so schlecht. Was aber verstehen Sie unter »Guter Arbeit«?

Die Arbeit muss sicher, anständig bezahlt und gesund sein. Wir brauchen einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,44 Euro wie Frankreich. Ein-Euro-Jobs gehören abgeschafft. Und wir müssen Beschäftigung sicher machen. Das heißt unter anderem: Leiharbeiter müssen den gleichen Lohn wie die Stammbeschäftigten bekommen. Bei Mini- und Midi-Jobs muss jede Arbeitsstunde voll sozialversichert werden und der zunehmenden Befristung von Arbeitsverträgen ein Riegel vorgeschoben werden.

Werner Dreibus ist gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE

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