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Anwalt mit Humor

Von Gregor Gysi, erschienen in Clara, Ausgabe 40,

In Berlin sind im September Wahlen. DIE LINKE schickt Klaus Lederer ins Rennen. Was Gregor Gysi über ihn denkt.

»Arm, aber sexy« sah Klaus Wowereit die Hauptstadt. Sein Vornamensvetter Klaus Lederer wollte sich schon zu Wowis Amtszeiten nicht damit abfinden, Armut in Berlin quasi zu akzeptieren. Die Frage der sozialen Gerechtigkeit, die Frage der Chancengleichheit für alle Kinder in der Bildung liegen ihm besonders am Herzen. Er will die prekäre Beschäftigung in Berlin zurückfahren und dann überwinden. Die immer weiter steigenden Mieten treiben Klaus Lederer auf die Barrikade. Deshalb streitet er für sozialen Wohnungsbau, damit jede Berlinerin und jeder Berliner würdig wohnen kann.

In Berlin geht das Leben schneller, lauter, direkter als anderswo. Da muss man fix sein, ideenreich und vernehmbar, wenn man Gehör finden und die Dinge ändern will. Klaus Lederer passt wunderbar in diese Stadt. Er kann zuhören, streiten, analysieren, Lösungen aufzeigen – und den Mächtigen wie bei den Wasserverträgen im Abgeordnetenhaus auch gehörig auf die Nerven gehen. Er ist ein guter Anwalt für die Gerechtigkeit in dieser Stadt, was nicht nur, aber auch mit seinem und übrigens auch meinem Beruf zu tun hat.

Wichtig ist, dass er Haltung zeigt und sich auch von Gegenwind nicht beirren lässt. Das gilt für seinen Kampf gegen rechts ebenso wie für seinen Einsatz für Geflüchtete, wo er nicht müde wird, das Versagen der Berliner Behörden anzuprangern und mit der Berliner Linken, deren Landesvorsitzender er seit 2005 ist, direkt Hilfe für die betroffenen Menschen zu organisieren. Er streitet für eine wirkliche Integration von Flüchtlingen und weiß, dass die Zahlen sich nur durch eine wirksame und schnelle Bekämpfung der Fluchtursachen dauerhaft verringern lassen. Deshalb ist er gegen deutsche Kriegsbeteiligungen und deutsche Rüstungsexporte.

Klaus Lederer weiß, dass Berlin eine Metropole geworden ist, ein Anziehungspunkt für zahlreiche Gäste. Das will er erhalten und zugleich dafür sorgen, dass niemand verdrängt wird und sich auch die Berlinerinnen und Berliner in ihrer Stadt immer wohler fühlen. Er weiß, dass Hochkultur und Alternativkultur zusammengehören, dass der Sport an Breite gewinnen muss und einen festen Platz in der Stadt braucht.

Um all das zusammen zu denken und zu fühlen, braucht man auf jeden Fall noch etwas, was in der Politik nicht so häufig anzutreffen ist: Humor, eine zwingende Voraussetzung, wenn man in Berlin wirksam Politik betreiben will. Klaus Lederer besitzt ihn. Berlin darf sich freuen.

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