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Achtung, wir werden überwacht!

erschienen in Klar, Ausgabe 34,

Wie NSA, BND & Co. uns ausspionieren und wie wir uns (etwas) schützen können

Niemals zuvor hat ein Geheimdienst die Bevölkerung dieses Planeten so umfangreich ausspioniert. Niemand, der elektronische Medien nutzt, scheint vor der Überwachung durch den US-amerikanischen Geheimdienst NSA sicher. Mittels eines Computerprogramms namens Prism soll weltweit kontrolliert werden, wer wann wie mit wem kommuniziert. Diese Informationen soll die NSA so vollständig wie möglich speichern. Mehr als 100.000 Menschen sollen zudem unter Echtzeitüberwachung stehen: Wenn sie ins Internet gehen, eine Mail versenden oder skypen, erfährt das die NSA sofort.

Prism wird vermutlich seit 2005 eingesetzt und ermöglicht eine beinahe vollständige Überwachung von Personen innerhalb und außerhalb der USA, die via Internet kommunizieren. Zu diesem Zweck greift die NSA bei Konzernen wie Yahoo, Google, Apple und AOL Kommunikationsdaten ab. Der US-Geheimdienst soll zudem in Echtzeit Kommunikation verfolgen und sogar manipulieren können.

Edward Snowden beschuldigt den Bundesnachrichtendienst (BND), seit Jahren mit der NSA eng zusammenzuarbeiten. Für die NSA soll der BND den Internetknotenpunkt DE-CIX in Frankfurt am Main ausgespäht und die dort abgegriffenen Daten an die USA weitergeleitet haben.

Offiziell wird behauptet, der BND habe dabei Bundesbürgerinnen und -bürger nicht massenhaft bespitzelt. Denn das ist verfassungswidrig. Geheime Akten, über die diverse Medien berichten, lassen jedoch vermuten, dass der BND nicht unterscheiden kann, welche Daten von Deutschen stammen und welche nicht – und dass deshalb auch Daten von deutschen Staatsbürgern an die NSA übermittelt wurden.

Aufgerufen, diesen Skandal zu beenden, ist zuvorderst die Politik: Sie muss Bürgerinnen und Bürger vor rechtswidriger Überwachung durch einheimische und ausländische Geheimdienste bewahren. Doch solange die Regierung tatenlos bleibt, kann man einige Maßnahmen ergreifen, um die Privatsphäre etwas besser zu schützen.

Drei praktische Tipps fürs Internet:

Tipp 1 – Vermeiden!

Wer nicht möchte, dass Geheimdienste Zugriff auf private Daten haben, darf sie nicht speichern – jedenfalls nicht auf einem Computer, der mit dem Internet verbunden ist.

Tipp 2 – Verschlüsseln!

Es gibt wirksame und relativ einfach zu installierende Verschlüsselungsprogramme, die die Geheimdienste bisher nicht geknackt haben.

Tipp 3 – Verstecken!

Das Internetnetzwerk Tor verschleiert, welche IP-Adresse ein Nutzer hat und aus welchem Land er kommt. Das erschwert die Arbeit der Geheimdienste.

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