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»125 Milliarden Euro für Bildung und Umwelt«

Von Michael Schlecht, erschienen in Klar, Ausgabe 20,

Wie kann man den gigantischen Reichtum in Deutschland darstellen?

Michael Schlecht: Oft hilft ein Vergleich. Das private Vermögen in Deutschland ist seit dem Jahr 1999 um drei Billionen Euro gestiegen und beträgt heute fast neun Billionen Euro. Die Staatsverschuldung beträgt hingegen 1,8 Billionen Euro. Die Reichen haben so viel Vermögen angehäuft, dass sie die kompletten Staatsschulden spielend bezahlen könnten.

DIE LINKE will mit ihrem Steuerkonzept zusätzlich 180 Milliarden Euro jährlich einnehmen. Wofür wollen Sie dieses Geld ausgeben?

Mit diesen Einnahmen wollen wir alle Sozialkürzungen der vergangenen Jahre rückgängig machen. Zudem könnte der Staat dann endlich in die Zukunft investieren.

Wo wollen Sie investieren?

Die Züge stehen still, in den Schulen bröckelt der Putz von den Wänden und die Straßen haben Schlaglöcher. Um diese Probleme zu lösen, fordert DIE LINKE unter anderem ein 125-Milliarden-Euro-Zukunftsprogramm für Investitionen in Bildung, den Schienenverkehr und die Umwelt.

Mit diesem Programm würde Deutschland den Rückstand gegenüber anderen EU-Staaten bei öffentlichen Investitionen verringern.

Richtig. Außerdem könnten so zwei Millionen neue und tariflich entlohnte Arbeitsplätze entstehen. Das führt zu höheren Löhnen und sichert den Aufschwung.

Michael Schlecht ist Chef-Volkswirt der Fraktion DIE LINKE

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