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Zentraler Aufgabenpool sorgt nicht für besseres Abitur

Pressemitteilung von Rosemarie Hein,

"Die Überlegungen der Kultusministerkonferenz zur Schaffung eines zentralen Aufgabenpools für die Abiturprüfungen bringen uns auf dem Weg nicht weiter, die Abiturnoten vergleichbarer zu machen. Im Gegenteil: Der zentrale Aufgabenpool wird zum heimlichen Lehrplan, der Lehrerinnen und Lehrer einengt", so Rosemarie Hein. Die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

"Die Kultusminister scheinen hier den bisherigen richtigen Weg zu verlassen: Gemeinsame Bildungsstandards müssen ein gemeinsames Qualitätsniveau beschreiben. Werden diese eingehalten, sind die Abituraufgaben danach kompetenzorientiert zu formulieren. Das heißt dann aber auch, dass das Bildungsziel die Vergleichbarkeit herstellt und nicht gleiche Aufgaben das Ziel sind. Alles andere würde dazu verleiten, das für die Aufgaben gelernt und gelehrt wird und nicht für die gewünschte umfassende Bildung. Die Vielfalt der Welt muss sich in der Bildung widerspiegeln. Ein enges Aufgabenkorsett bewirkt das Gegenteil.

Überdies handeln die Kultusminister nur halbherzig, wenn sie eine gesonderte Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler auf den Weg bringen wollen. Richtig wäre eine Förderstrategie für alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren Fähigkeiten, Interessen und Bedarfen. Nur diese erfüllt die Erwartungen an eine inklusive Schule – ein erklärtes Ziel der LINKEN und der Kultusminister.

Halbherzig agieren die Kultusminister auch, wenn sie aus dem aktuellen Bericht zum Lehrereinstellungsbedarf ableiten, dass 'rechnerisch insgesamt genügend ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung stehen'. Der Sachverständige, Professor Klaus Klemm, hat im Bildungsausschuss des Deutschen Bundestags entgegen bisherigen Annahmen von künftig steigenden Schülerzahlen gesprochen. Bei steigenden Schülerzahlen von gleichbleibendem Lehrerbedarf zu sprechen, ist schlicht verantwortungslos. Schon heute gibt es vielerorts Mangel an Lehrkräften. Es bedarf vieler neuer Lehrer und Lehrerinnen, die auch gut ausgebildet werden müssen."

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