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Werbung hat an Schulen nichts zu suchen

Pressemitteilung von Nele Hirsch,

Der Bundesgerichtshof hat einer Musterklage der Verbraucherzentrale gegen die Aktion "Kellogg's Frosties für den Schulsport" stattgegeben. In der Begründung heißt es, dass Werbung, die die geschäftliche Unerfahrenheit von Kindern und Jugendlichen ausnutzt, wettbewerbswidrig ist. Zu der Entscheidung erklärt Nele Hirsch, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

Werbung an Schulen verzeichnete in den letzten Jahren einen regelrechten Boom. Neben kurzfristigen Werbeaktionen zur Schulhofverschönerung, dem Sponsoring von Schulfesten oder Sammelaktionen kommt es mehr und mehr auch zu einer direkten Einflussnahme auf Lehrinhalte. So sind zahlreiche Beispiele bekannt, in denen Großunternehmen Unterrichtsmaterialien anbieten, mit denen sie direkt oder indirekt für ihre Produkte werben. Mit der Entscheidung des Bundesgerichtshofs zur Aktion "Kellogg's Frosties für den Schulsport" ist dieser Entwicklung ein erster Riegel vorgeschoben.

Es kommt nicht von ungefähr, dass sich die Wirtschaft immer stärker in den Schulen einmischt. Grund ist allen voran die schlechte finanzielle Ausstattung der Schulen, Lehrerinnen und Lehrern. Eltern, Schülerinnen und Schüler sind häufig dankbar, wenn es überhaupt irgendwelche Angebote oder Unterstützung gibt. Umso wichtiger ist ein klares und eindeutiges Nein zu Werbung an Schulen und im Unterricht. DIE LINKE fordert Bund und Länder dazu auf, klare Regelungen zu treffen, die die Kommerzialisierung an den Schulen zurückdrängen.

Mit einer Kehrtwende in der Steuer- und Finanzpolitik, die Großunternehmen und Vermögende stärker belastet, lassen sich gute und werbefreie Schulen ohne Schwierigkeiten finanzieren.

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