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Wer weniger Schulabbrecher will, darf sich einer grundlegenden Schulreform nicht verschließen

Pressemitteilung von Nele Hirsch,

Zur Ankündigung von Bundesbildungsministerin Annette Schavan, die Zahl der Schulabbrecher in Deutschland durch eine Bund-Länder-Offensive verringern zu wollen, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Nele Hirsch:

Die Verringerung der Zahl der Schulabbrecher ist ein wichtiges Ziel. Wer ohne Schulabschluss bleibt, hat nachweislich kaum Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und damit auf eine selbstbestimmte Lebensgestaltung. Die große Mehrheit der arbeitslosen Jugendlichen verfügt über keinen Schul- geschweige denn einen Berufsabschluss.

Mit einer Bund-Länder-Offensive zur Verringerung der Zahl der Schulabbrecher wird sich an der perspektivlosen Situation zahlreicher Haupt- und Sonderschüler allerdings nichts ändern. Sie bleiben die Verlierer des Bildungssystems. Anstelle solcher halbherziger Bemühungen müsste Bundesbildungsministerin Annette Schavan das Problem an der Wurzel packen und eine Initiative für eine grundlegende Schulreform ergreifen: Weg vom gegliederten Schulsystem, das zahlreiche Schülerinnen und Schüler ohne Perspektiven in Haupt- und Sonderschulen aussortiert, hin zu einer integrativen Schule, in der alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen und individuell gefördert werden. Nur auf diesem Weg kann dem Problem des Schulabbruchs wirkungsvoll begegnet werden.

Der Vorschlag von Bundesbildungsministerin Annette Schavan zu einer Bund-Länder-Offensive ist dagegen nicht nur unzureichend, sondern bleibt zudem viel zu unbestimmt: Nachdem sie sich mit der von ihr befürworteten Föderalismusreform fast alle Handlungsmöglichkeiten des Bundes in der Schulpolitik aus der Hand nehmen ließ, ist mehr als fraglich, auf welcher Grundlage und mit welcher finanziellen Ausstattung solch eine Offensive überhaupt auf den Weg gebracht werden kann.

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