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Weltsozialforum muss sich dringend wieder auf seine Wurzeln besinnen

Pressemitteilung von Niema Movassat,

„Mehr denn je braucht die Welt heute eine regelmäßige globale Zusammenkunft progressiver und sozialer Bewegungen aus allen Regionen der Erde. Will das Weltsozialforum diese Rolle weiter spielen, muss es sich dringend auf seine Wurzeln besinnen“, erklärt Niema Movassat, Sprecher für Welternährung der Fraktion Die LINKE, zum momentan stattfindenden 13. Weltsozialforum in Montreal in Kanada. Movassat weiter:

„Die Entscheidung, dieses Jahr erstmals in einem G7-Land zu tagen, um ein Signal zur Überwindung des Nord-Süd-Gegensatzes zu senden, war gut gemeint.
Wenn dann aber kaum Aktivistinnen und Aktivisten aus dem globalen Süden teilnehmen können, weil sie nicht genug Geld haben oder schlicht kein Visum bekommen, zeigt das einmal mehr, wie krass der Gegensatz zwischen Nord und Süd noch immer ist.
Wenn Kanada außerdem Aminata Traoré, einer ehemaligen malischen Ministerin und Kandidatin für die Nachfolge des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon, die Einreise verweigert, dann ist das beispielhaft für die ungebrochene Arroganz des Nordens.
Wenn Vertreter wohlhabender westlicher Nichtregierungsorganisationen mit den lokalen Gruppen und Bewohnerinnen und Bewohnern Montreals und Kanadas auf einem Weltsozialforum quasi unter sich sind, läuft etwas grundsätzlich falsch.

Der weltweite Hunger, immer mehr Elend durch Kriege und Flucht, die dramatischen Folgen des Klimawandels und ein Erstarken reaktionärer politischer Bewegungen weltweit sind nur einige der wichtigsten globalen Herausforderungen für alle linken Kräfte. Es bleibt zu hoffen, dass es dem Weltsozialforum gelingt, seiner wichtigen Aufgabe des Austauschs und der Koordination zwischen Graswurzel-Bewegungen aus allen Teilen der Welt wieder besser gerecht zu werden.“

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