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Weltbankbericht ernst nehmen - Agrokraftstoffziele senken

Pressemitteilung von Eva Bulling-Schröter, Kirsten Tackmann,

„Den Befürwortern des massiven Ausbaus von Agroenergien, egal ob in der Koalition oder bei den Grünen, sollten wenigstens jetzt die Augen aufgehen“, hofft Eva Bulling-Schröter angesichts des gerade bekannt gewordenen Weltbankberichts zum Thema „Preistreiber für Lebensmittel“, der wegen seiner Dramatik monatelang zurückgehaltenen wurde. Die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE erklärt weiter:

„Wenn es stimmt, dass schon der bisherige Ausbau der Agroenergien weltweit als wichtigster Preistreiber für Nahrungsmittel gewirkt hat, dann sind die Ausbaupläne der der EU und der Bundesregierung - sollten sie weiter aufrechterhalten werden - ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zudem führt der Agrokraftstoffboom zur Abholzung von Tropenwäldern und zur Vertreibung der darin lebenden Bevölkerung.“

Die landwirtschaftliche Sprecherin der Fraktion, Kirsten Tackmann, ergänzt: „Der Organisation Oxfam ist beizupflichten, wenn sie kritisiert, dass die Lobbygruppen der Industriestaaten bedient werden, während in anderen Ländern der Hunger wächst.“

„Weiterhin müssen die Ziele der EU-Kommission, die am Montag in den Ausschüssen des EU-Parlamentes beraten werden, hinsichtlich der Richtlinienvorschläge zur Förderung der Nutzung erneuerbarer Energie gekippt werden“, so Bulling-Schröter weiter. „Die darin enthaltene Quote von 10 Prozent für Agrotreibstoffe bis zum Jahr 2020 übertrifft die Erzeugungsmöglichkeiten der EU um mehr als das Doppelte. Bei den noch ambitionierteren Plänen der Bundesregierung wird das heimische Potenzial sogar um den Faktor drei überschritten. Somit werden Importe aus dem Süden zwingend.“

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