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Vogelgrippe: Mehr wissenschaftliche Kapazitäten bereitstellen

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann,

Zur Meldung, dass nur wenige Tage nach dem Auftreten der Geflügelpest in Dresden nun im Zoo in Rotterdam in zwei Fällen ein Verdacht auf Vogelgrippe (H5N1) besteht, erklärt Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag:

Noch muss abgewartet werden, ob der Verdacht auf das Virus H5N1 Typ Asia in den gestorbenen Eulen in den Niederlanden bestätigt wird. Bereits jetzt dokumentiert er jedoch die latente Gefahr durch die Vogelgrippe. Auch in der Bundesrepublik bedroht sie nach wie vor nicht nur die Nutzgeflügelbestände, sondern auch Hobby-, Wasser- und Zoovögel. Der Nachweis des Virus' bei bislang 344 Wildvögeln in Deutschland zeigt, dass von der Wildvogelpopulation weiterhin ein stetes Risiko ausgeht.

Die größte Gefahr ist aber nicht das Virus selbst, sondern die weitgehende Unkenntnis über die tatsächliche Vogelgrippesituation und ihre räumliche und zeitliche Dynamik - und zwar ein halbes Jahr nachdem das Virus erstmals in Deutschland aufgetreten ist. Diese Kenntnislücken müssen dringend geschlossen werden. Daher fordere ich erneut, endlich die dringend benötigten wissenschaftlichen Kapazitäten zur Analyse und Bewertung von Risiken von Infektionskrankheiten bei Tieren insgesamt - nicht nur durch Geflügelpest - bereitzustellen und dauerhaft zu sichern.

Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer ist hier dringend gefordert. Dazu gehört die Aufgabe seines Plans, das einzige veterinärepidemiologische Bundesforschungsinstitut an einen für diese Arbeit ungeeigneten Standort an der Peripherie des Landes - auf die Ostseeinsel Riems - zu verlegen. Dazu hätte er im Rahmen der ohnehin geplanten Neuordnung der Agrarressortforschung eine gute Gelegenheit.

Wir werden vermutlich noch lange Zeit mit der Bedrohung durch Geflügelpest vor Allem aus den Wildgeflügelbeständen leben müssen. Das liegt kaum in unserer Hand. Die Antworten auf diese Bedrohung müssen aber von der Bundesregierung im Sinne des Wohles für Mensch und Tier gegeben werden. Dazu braucht sie eine hoch qualifizierte politische Beratung durch die Wissenschaft. Die notwendigen Grundlagen dafür muss Minister Seehofer schaffen. In seinem eigenen Interesse und im Interesse der GeflügelhalterInnen.

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