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Vernünftige Unterstützungssysteme für Auszubildende nötig

Pressemitteilung von Rosemarie Hein,

"Die wachsende Zahl offener Lehrstellen ist auch ein Zeichen dafür, dass zu wenige Unternehmen, die Ausbildungsplätze anbieten, sich auf die Jugendlichen, die zur Verfügung stehen, einstellen wollen", erklärt Rosemarie Hein zu den heute veröffentlichten Ergebnissen der DIHK-Ausbildungsumfrage 2016. Die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

"Wir brauchen vernünftige Unterstützungssysteme sowohl für die Jugendlichen, die noch nicht alle Erwartungen der Unternehmen erfüllen, als auch für die Unternehmen. Die assistierte Ausbildung und ausbildungsbegleitende Hilfen können da ein Weg sein. Zwar ist es erfreulich, dass laut der Umfrage immer mehr Betriebe, mittlerweile wohl 75 Prozent, auch lernschwächeren Jugendlichen eine Ausbildungschance geben, allerdings ist die Klage vieler Unternehmen, sie fänden keine Azubis, nicht ganz nachvollziehbar, wenn 81.000 ausbildungsbereite junge Menschen in diesem Jahr erfolglos einen Ausbildungsplatz suchten und 270.000 junge Menschen im Übergangssystem auf eine vollwertige Ausbildung warten. Mehr als ein Dreiviertel von ihnen hat einen Schulabschluss.

Das Argumentationsmuster der Bundesregierung, dass es sich hier um 'Passungsprobleme' handelt, ist angesichts dieser Zahlen nicht haltbar. Sie verschleiert damit auch die eigentlichen Probleme: Dieser Zustand hat etwas mit der Attraktivität von Berufen und der Ausbildungsqualität ebenso zu tun wie mit den Erwartungs- und Anforderungshaltungen bei vielen Unternehmen. Wir brauchen ein Umdenken auf der einen Seite und Unterstützung auf der anderen Seite. Dazu gehört auch, für geflüchtete Jugendliche die Hürden für einen Ausbildungsplatz abzubauen. Mit einer guten Ausbildung können sie sowohl in Deutschland, aber auch in ihren Herkunftsländern eine bessere Perspektive haben."

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